Das Konzert im
Amphitheater trug den Titel „Songs of David Byrne and Brian Eno“.
Der langjährige Weggefährte war allerdings nicht mit auf
Tournee
Erst mit der
vierten und letzten Zugabe, dem aktuellen Stück Everything
That Happens Will Happen Today, verabschieden David Byrne und seine
Band sich von ihrem Publikum in Cagliari
Musica Rock - Rockmusik
Musicista - Musiker
Artista - Künstler
Basso - Bass
Tromba - Trompete
Pianoforte - Klavier
Contrabasso - Kontrabass
Chitarra - Gitarre

Bei ihrer Show
wirbeln die drei Tänzer über die Bühne, wirken auf
die Musiker ein und animieren die Sänger des Background-Chors
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Mehr als 30 Jahre nach der Gründung der
legendären Popband Talking Heads stand ihr Frontmann David
Byrne am 27. Juli 2009 auf der Bühne des römischen Amphitheaters
in Cagliari und präsentierte Songs, die er gemeinsam mit seinem
damaligen Weggefährten Brian Eno komponiert hat, sowie zahlreiche
Stücke der alten Gruppe.
Das Konzert, bei dem David Byrne von etwa 1500 Alt- und Jungfans
umjubelt wurde, sollte eine Brücke schlagen zwischen Vergangenheit
und Zukunft. Neben seinem aktuellen Album Everything That
Happens Will Happen Today, das er gemeinsam mit Eno verfasst
hat, gab es zahlreiche Songs aus den besten Talking-Heads-Tagen
wie Heaven, Once in a Lifetime,
Life during wartime, Road to nowhere
und Burning down the house zu hören.
David Byrne
- Multitalent und Frontmann der Popgruppe Talking Heads stieß
von 1970 bis 1990 wichtige Trends in der Musikszene an
Um viertel vor zehn startete der schottische Exzentriker, der wie
seine siebenköpfige Band von Kopf bis Fuß ganz in Weiß
gekleidet war, ein wenig steif mit Strange Overtones,
dem elegant, bluesigen Song des neuen Albums. Dass seine Musik aber
nicht hüftsteif und schon gar nicht lahm ist und wie man sich
dazu bewegt, zeigte er dem Publikum stante pede mit I Zimbra:
Beim schnellen, funkigen Song stürmen zwei Tänzerinnen
und ein Tänzer die Bühne, die mit außergewöhnlichen
und teilweise roboterhaften Showtanzeinlagen bis zum Ende des Konzertes
erstaunten und begeisterten.
1981 begann
David Byrne seine Solokarriere, u.a. war er auch als Produzent,
Regisseur, Drehbuchautor und Filmmusiker tätig
Byrne, der als wegweisend für die Verbindung traditioneller
ethnischer Musik mit modernen, elektronischen Klängen gilt,
schlug in der Inselhauptstadt fast warme, konventionelle Töne
an. Die hektische und nervöse Musik mit den einfachen, überraschenden
Akkordfolgen sowie abrupten Tempowechseln aus den vergangenen Jahren
wich in Cagliari einem Mix aus harmonischen und melodischen Gospel-
Country-, Funk- und Schlagerkompositionen. Seine Stimme klang geschmeidiger
als früher, die Falsettpassagen meisterte er gekonnt. Keine
schrägen Töne, sondern ruhige und behutsame, neue Songs
wie One fine Day, My big nurse
aber auch das exotische I Feel My Stuff nahmen
die Zuhörer für sich ein - im dauernden Wechsel allerdings
mit den schnellen und rhythmusreichen Stücken aus den besten
Tagen der legendären Talking Heads.

Für David
Byrne gibt es keine Grenzen zwischen den musikalischen Genres, ebenso
wenig wie für Berührungsängste mit seinen Tänzern
auf der Bühne
Nach knapp einer Stunde hielt es das Publikum im bestuhlten Amphitheater
dann auch nicht mehr auf ihren Sitzen – es drängte nach vorne,
zur Bühne, zum Tanzen. Besondere Euphorie erweckten die Klassiker.
So verfiel das Amphitheater bei Take me to the river
vor Begeisterung ins Trampeln: Das Publikum tobte und stampfte mit
den Füßen auf. Und Byrne schickte gleich zwei Zugaben
hinterher – The Road to nowhere und Burning
down the house, die größten Chart-Erfolge der
Talking Heads. Die gesamte Truppe tänzelte dabei in Tutus auf
der Bühne und Byrne stürzte zu Boden. Nichts schlimmes,
souverän stand er wieder auf und lies das Konzert nach knapp
zwei Stunden mit dem Titelsong des aktuellen Albums Everything
that happens will happen today ausklingen.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Paolo
Succu
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