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Ufficio Stampa - Cagliari
Tel.: +39/347/1544062







Imperium von La Fura dels Baus: Italien-Premiere in Cagliari

Ermordungen, Ausbeutung, Herrschaftsstreben und eine globalisierte Welt in der jeder gegen jeden kämpft – Imperium ist die neuste Schöpfung der häufig schockierenden spanischen Theatergruppe La Fura dels Baus. Das neuste Werk, das am 1. Mai 2007 in Peking debütierte, ist einem mutigen Publikum vorbehalten, das keine Berührungsängste kennt und sich nicht scheut, mit in das Theaterspiel einbezogen zu werden. Etwa eine Stunde lang überfallen, vertreiben, metzeln und verwüsten zornige Fura-Kriegerinnen im Namen einer Politik der territorialen Expansion das Bühnen-Land.

Am 2. und 3. November 2007 hieß es in Cagliari "Imperium“: Auf dem Messegelände der Inselhauptstadt rückte die katalanische Theatergruppe dem Imperialismus mit geballter weiblicher Macht auf den Leib. Für das Stück, das zu diesem Termin Italien-Premiere feierte, hatte die diesmal vorwiegend aus Frauen bestehende Gruppe eine spartanisch ausgestattete Messehalle zur Bühne umfunktioniert.

Die Theatergruppe La Fura dels Baus wurde 1979 in Barcelona gegründet und begann als einfaches doch provozierendes und unbändiges Straßentheater

Ein extrem nüchternes Bühnenbild, riesige rollende Pyramiden, seltsame Stahlgefährte, Video-Projektionen, knappe Kostüme und elektro-akustischer Sound bestimmten die Szenerie. Mittendrin ahnungslose Zuschauer die in Angst und Schrecken versetzt werden sollten, denn schließlich ging es um Machtwahn, Waffengewalt und Tyrannei!


Großes Aufsehen erregte die Gruppe erstmals 1992 bei der Inszenierung der Eröffnungsveranstaltung der Olympischen Sommerspiele in Barcelona

Imperium beginnt mit der Ermordung von Menschen, die mit politischen, kulturellen und ideologischen Mitteln nicht mehr zu beeinflussen waren. Apokalyptische Kriegsbilder fluten über eine riesige Videoleinwand, Machthaber lechzen nach Herrschaft und Ausbeutung, devote Untertanen kriechen zu Fuße, Abneigung und Feindseligkeit gegenüber allem Andersartigen und Fremdartigen brodelt stets aufs Neue hervor.
Der offene Aufführungsraum mit schlichtem Dekor in der Messehalle regte zu spektakulären Coups an: An die Kette gelegte zahme Dienerinnen rebellieren und lösen einen Kampf der Mächte um die Aufteilung der Welt im Zeitalter der Globalisierung aus.



Mit stählerner Kriegsbemalung, Totschläger, Gewehren, Erbrochenem und Blut ziehen die nun zornigen Kriegerinnen in den Kampf: Es geht um Herrschaft und Autorität. Auf Stahlgerüstkonstruktionen setzten sie sich über alle Grenzen hinweg. Sie morden und quälen – Leichen, Blut, Schleim, Körpersäfte und Asche verwandelten die Bühne in ein riesiges apokalyptisches Schlachtfeld.



Doch mit dem Ende der alten Herrschaft beginnt gleichsam wieder eine neue Tyrannei, in der der Einzelne auch diesmal keinen Handlungsraum hat. Im Schlussakt gähnt dem ermatteten Publikum im gleißenden Neonlicht nichts als eine mörderische Stille und entsetzliche Leere entgegen. Ein Erlebnis für starke Nerven!

Text: Andrea Behrmann, Fotos: Paolo Succu

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