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>> Grazia Deledda
- Schilf im Wind |
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>> Gavino Ledda
- Padre Padrone |
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>> Michela Murgia
- Accabadora |
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>> Giorgio Todde
- Das Geheimnis der Nonna Michela |
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>> Milena Agus -
Solange der Haifisch schläft |
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>> Marcello Fois
- Himmelsblut |
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>> Massimo Carlotto
- die Schöne und der Alligator |
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>> Salvatore Niffoi - Die Legende von Redenta Tiria |
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>> Sergio Atzeni
- Bakunins Sohn |
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>> Antonio Gramsci
- Quaderni del Carcere |
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>> Sergio Frau
- Atlantika. Eine detektivische Untersuchung des antiken Mittelmeerraums |
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Grazia
Deledda geboren 1871 in Nuoro. 1927 wurde sie
mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten,
auf Sardinien spielenden, Novellen und Romanen gehören La
via del male, Elias Portolu, La Madre (dt.
die Mutter), Marianna Sica , L'edera (dt. der
Efeu) und Canne al vento (dt. Schilf im Wind). Die
Werke wurzeln in der Welt der Hirten und Banditen der Barbagia.
Natur und Menschen ihrer Heimat Sardinien scheinen mystisch
verbunden. Leidenschaft, Sünde, Schuld und Verrat sind die
Themen, um die ihre Werke kreisen. Der immer schlichte Faden
des Geschehens und das Scheitern der geschilderten Personen
geben vielen Werken Züge der Tragödie. 1900 heiratete sie
Palmiro Madesani und zog nach Rom wo sie 1936 starb. Die Erzählung
Cosima, ihre Autobiographie bis zum 30. Lebensjahr,
wurde erst posthum veröffentlicht. |
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Gavino
Ledda geboren 1938 in Siligo (Sassari). Er beschreibt
das Leben auf Sardinien aus der Perspektive der Hirten. In
seinem Buch Padre Padrone schildert er seine Kindheit
und Jugend unter einem herrisch und rücksichtslosen Vater,
der ihn zwingt die Grundschule zu verlassen und ihm als Hirte
zu dienen. Das eigentliche Thema ist die Einsamkeit des Mannes.
Erst mit zwanzig Jahren lernt er Lesen und Schreiben. Später
bringt er es sogar zum Universitätsabschluss. Allerdings sollte
man die geschilderten Kindheitserlebnisse nicht unbedingt
verallgemeinern. Wem das Lesen keinen Spaß macht, kann sich
auch den gleichnamigen Film angucken, den die Brüder Taviani
nach Leddas Buch gedreht haben. |
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Antonio
Gramsci geboren 1891 in Ales (Oristano). Der
Begründer der Kommunistischen Partei Italiens und der Herausgeber
der italienischen Zeitung "L'Unità" war betont politisch-sozial
und gesellschaftsbewusst. Seine Jugend verbrachte er in Cagliari
wo er sein Abitur machte. Später zog er aus Studiengründen
nach Turin, wo er politisch aktiv wurde. 1926 wurde er von
der faschistischen Polizei verhaftet und zu zwanzig Jahren
Gefängnisstrafe verurteilt. Im Gefängnis wurde er vor eine
neue und schwere Aufgabe gestellt: Er musste den unmenschlichen
Haftbedingungen widerstehen, denen er jedoch 1937 erlag. Die
im Gefängnis an seine Freunde und Familie geschriebenen Briefe
sind in den Quaderni del Carcere gesammelt worden.
In ihnen erneuerte er alles was die Haft zerstören sollte,
nämlich Glauben, Ideale und Hoffnungen. Die Briefe, in denen
er seine Kindheitserinnerungen schildert, zeugen von seiner
tiefen Bindung zur Heimat Sardinien. |
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Michela
Murgia
geboren 1972 in Cabras, im Westen von Sardinien. Nach
einigen Jahren in Mailand lebt die Theologin und Religionslehrerin
heute wieder auf der Insel. Ihr erster Roman Accabadora
spielt im Sardinien der 1950-er Jahre in dem erfundenen Dorf
Soreni. Wie in allen kleineren Ortschaften der Welt beschäftigen
sich auch die Bewohner Sorenis mit dem alltäglichem Gerede
über Recht und Unrecht der Nachbarn. Bewegend, fesselnd
und gut lesbar beschreibt Michela Murgia die Geschichte zwischen
der Schneiderin Bonaria Urrai und ihrer Adoptivtochter Maria
Listru. Die liebevolle Kindheit im neuen Zuhause und die schulische
Förderung der Adoptivmutter machen aus der 6-jährigen
Maria ein intelligentes, reifes Mädchen. Doch ein Geheimnis,
das mit dem Tod zu tun hat, umgibt die stets schwarz gekleidete,
wortkarge Bonaria. Dieses Geheimnis zusammen mit der Aussage
eines Jugendfreundes verändern Marias Leben abrupt. Sie
verlässt Sardinien und geht als Kindermädchen nach
Turin. Der Aufenthalt bei der wohlhabenden Familie endet nach
zwei Jahren durch Missverständnisse und einen unerwarteten
Brief aus Soreni. Maria kehrt nach Sardinien zurück und
pflegt ihre durch einen Schlaganfall bettlägerig gewordene
Adoptivmutter. Am Ende versteht sie, was Bonaria Urrai meinte,
als sie vor ihrer Abreise nach Norditalien erklärte:
“Auch du wirst, wie alle anderen, im Leben Entscheidungen
treffen müssen, die dir nicht gefallen, einfach weil
sie getroffen werden müssen." Ein hervorragendes
Buch in dem es um ein uraltes Thema geht, das auch heute noch
aktuell ist. |
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Marcello
Fois geboren 1960 in Nuoro. Obwohl der gebürtige
Sarde heute auf dem Festland in Bologna lebt, sind viele seiner
Romane auf Sardinien angesiedelt - und wenn mal nicht, ist
die Insel zumindest präsent. Fois wird heute in Italien
und im Ausland als der herausragende Vertreter des Italienischen
Roman Noir gefeiert. Er hat mehrere Preise gewonnen, u.
a. den Literaturpreis "Zerilli-Marimò Prize for
Italian Fiction" für seinen 1998 erschienenen Kriminalroman
Sempre Caro (dt. Tausend Schritte), ein erster Fall
für seinen Helden "Avvocato Bustiano". Zu seinen
in deutscher Sprache veröffentlichten Kriminalromanen
gehören Sangue dal Cielo (dt. Himmelsblut), ein
zweiter Fall für Avvocato Bustianu, Dura Madre
(dt. der Tod wäscht alles rein) und Meglio Morti
(dt. besser tot). |
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Massimo
Carlotto geboren 1956 in Padua. 1976 musste er
vor der Polizei flüchten, die ihn des Mordes für
schuldig hielt. In Padua wurde er in erster Distanz zunächst
freigesprochen, in der Berufung jedoch zu 18 Jahren Haft verurteilt.
Am Tag seiner Entlassung begann sein "zweites" Leben,
in dem er dem Schreiben eine Chance geben wollte. In seinem
Roman La verità dell'alligatore (dt. die Wahrheit
des Alligators) erzählt er von seiner Vergangenheit:
von dem Mord, der Verfolgung, der Verurteilung und von seiner
Wahrheit. Es ist der erste Fall des nicht lizensierten Privatdetekivs
Marco Buratti alias "Alligatore", der mit Unterstützung
eines Ganoven undurchsichtige Fälle auf die etwas andere
Art löst und dank gutem Blues und vielen Flaschen Calvados
als besonders intuitiv und einfühlsam erscheint. Ein
weiterer Fall für den Alligator ist Il Mistero di
Mangiabarche (dt. die schöne und der Alligator).
In diesem Fall verschlägt es den Alligator nach Sardinien,
wo er in Calasetta einer heißen Spur nachgeht. Massimo
Carlotto, der heute in Cagliari lebt und arbeitet, gilt als
einer der bedeutesten italienischen Krimi-Autoren unserer
Zeit. |
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Sergio
Atzeni
geboren 1952 in Capoterra bei Cagliari. 1995 wurde der sardische
Schriftsteller, Journalist und Übersetzer auf der Insel
San Pietro von einem Felsen ins Meer gespült. Den dramatischen
Tod erreichte den 42-jährigen zu Beginn seiner Karriere
als Schriftsteller. Im deutschen Nautilus Verlag die Übersetzung
des bekanntesten Werks ,Il figlio di Bakunin' erschienen,
um das es in den 1990-er Jahren einen regelrechten Kult gab.
1997 wurde das Werk verfilmt. Bakunins Sohn, so der
deutsche Titel, ist eine Sammlung von persönlichen Schilderungen
über Tulio Saba, Sohn eines einst reichen Schuhmachers
aus Guspini mit Spitznamen Bakunin. Ein Mensch - hundert Meinungen.
War er nun Anarchist oder Kommunist? Poet und Musiker oder
Weiberheld? Am Ende gar Mörder des Berkwerksdirektors?
Aus vielen Meinungen strickt sich der Leser sein eigenes Bild
von Tulio, der sich zeitlebens in Montevecchio, Guspini, Carbonia,
Cagliari und Neapel herumtreibt. Der Autor erzählt aus
dem Sardinien der 1920-er Jahre und der Mussulini-Zeit, aus
den Bergwerken im Sulcis, von Reichtum und Armut, Arbeit und
Arbeiteraufständen.
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Salvatore
Niffoi geboren 1950 in Orani. Salvatore Niffoi
ist in Italien einer der großen literarischen Überraschungserfolge
der letzten Jahre. In den Büchern des Lehrers, der auch
als Töpfer und Keramikkünstler tätig ist, finden
sich alle Elemente einträglicher, zeitgenössischer
Erzählliteratur. Obwohl Niffoi zahlreiche sardische Wörter
und Themen der traditionellen Literatur verwendet, gelingt
es ihm in seinen Texten auch immer eine moderne Perspektive
zu schaffen. Er hat mehrere Preise gewonnen, u. a. den Literaturpreis
"Premio Campiello" für seinen 2006 erschienenen
Roman La Vedova Scalza (dt. die barfüßige
Witwe). Der Zsolnay Verlag veröffentlichte nun seinen
Roman La Leggenda di Redenta Tiria (dt. die
Legende von Redenta Tiria) in deutscher Sprache. In der Erzählung
berichtet der Ich-Erzähler Battista Graminzone von den
Schicksalen der Menschen in einem gottverlassenen Ort der
Barbagia im Inland Sardiniens. Battista ist Staatsdiener und
Führer des Sterberegisters im fiktiven Abacrasta, einem
Dorf, in dem sich die Menschen unerklärlicherweise reihenweise
umbringen. Von einer geheimnisvollen Stimme gerufen, legen
sich die Männer meist den Gürtel um den Hals, die
Frauen nehmen den Strick. Eines Tages kommt jedoch eine barfüßige
Frau mit langen schwarzen Haaren ins Dorf, Redenta Tiria,
der es gelingt die Lebensmüden von ihren Suizidplänen
abzuhalten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören neben
La Vedova Scalza noch Il Postino
di Piracherfa (dt. der Postbote von Piracherfa) und
Cristolu. |
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Milena
Agus geboren in Genua. Als
Kind sardischer Eltern lebt die Schriftstellerin heute in
Cagliari auf Sardinien. Hier unterrichtet sie Italienisch
und Geschichte an einem Gymnasium.
2005 veröffentlicht sie ihren ersten auf Sardinien spielenden
Roman Solange der Haifisch schläft (Mentre
dorme il Pescecane). Agnese Sevilla Mendoza, Ich-Erzählerin
und Hauptfigur in Milena Agus Debütroman hat ein Verhältnis
mit einem verheirateten Mann, der sie in eine sadomasochistische
Beziehung gedrängt hat. Die Verbindung der Jugendlichen
zu ihrem Liebhaber bildet den Ansatzpunkt, von dem aus die
Autorin die verwobene Geschichte der Familie Sevilla Mendoza
aus Cagliari auf spannende und unterhaltende Weise erzählt.
Mit viel Liebe zum Detail und alles andere als naiv veranschaulicht
Agus Erzählerfigur die vielen Geschichten der verschiedenen
Familienmitglieder: Der Vater fehlt, nicht weil er abgehauen
ist, sondern weil dem Hobby-Idealisten und Entwicklungshelfer
das Elend in Südamerika näher steht als seine Kinder.
Die überängstliche Mutter hat einen heimlichen Verehrer,
der sie aus ihrem jämmerlichen Alltag zum Tangotanzen
verführt. Die lebenslustige Tante strebt danach eine
Familie zu gründen, doch alle Männer nutzen sie
nur aus, um sie dann wieder zu verlassen. Die Oma hofft bei
jedem neuen Verlobte, dass er bald zum Schwiegersohn wird.
Anhand der extremen Zustände und der komplizierten Beziehungskonstellationen
zeigt die Autorin grundlegende Probleme menschlichen Zusammenlebens
auf. Jeder der Charaktere hat eine andere Erwartung an das
Leben. Und das ist nicht einfach, denn es kommt nicht immer
wie man es sich wünscht. Trotz der zuweilen sprachlichen
Brutalität ist der Roman vor allem durch die romantischen
Naturbeschreibungen und die witzige Art, wie die Familienmitglieder
aus der Ich-Perspektive dargestellt werden, sehr ansprechend.
2007 erscheint ihr zweiter Roman Die Frau im Mond
(Mal di Pietre), ein amüsanter und groß
angelegter Liebesroman. Diesmal spielt die Geschichte im Sardinien
der Nachkriegszeit. In einer Hommage an die Großmutter
erzählt die Enkelin deren Suche nach der wahren Liebe.
Von der Familie als verrückt eingeschätzt, weil
ihr alle möglichen Verehrer immer wieder davon laufen,
lässt sich die Großmutter, auch wenn sie ihn nicht
liebt, auf eine Zweckehe mit einem Witwer ein. Der wahren
Liebe, die alle Wünsche erfüllt, begegnet sie erst
Jahre später bei einem Kuraufenthalt. Ein Traum, dem
die Realität jedoch nicht standhält. Milena Agus
hat mehrere Preise gewonnen, unter anderem den Literaturpreis
Premio Junturas 2004 für ihre vor den Romanen veröffentlichten
Kurzgeschichten und den Premio Narrativa 2007 für ihren
Roman Mal di Pietre. |
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Giorgio
Todde geboren 1951 in Cagliari.
Der Schriftsteller Giorgio Todde ist eigentlich Augenarzt
und lebt in Cagliari auf Sardinien. In seinem zweiten Krimi
Das Geheimnis der Nonna Michela (Paura e
Carne) geht es zwar um mysteriöse Mordfälle, doch
ein Krimi im klassischen Sinne ist das Buch von Giorgio Todde
nicht. Bei dem mit viel Ironie und Phantasie erzählten
historischen Sardinien-Krimi handelt es sich vielmehr um einen
gesellschaftskritischen Roman, der die rätselhafte Todesserie
in der Inselhauptstadt Cagliari als Träger anderer Aussagen
verwendet: Im Jahre 1861 wird das Leben der Bewohner der Inselhauptstadt
Cagliari von einem vermeintlichen Mord an einem angesehenen
Advokaten überschattet. Um vom Tode des Anwalts Giovanni
Làconi abzulenken, werden weitere Morde begangen. Verrufene
Gestalten der unteren sozialen Schichten aber bis dahin auch
unbescholtene Personen werden in den Fall verwickelt. Der
Einbalsamierer Efisio Marini steht vor einer großen
Herausforderung: Zum ersten Mal soll er nicht nur Teile eines
Leichnams, sondern den ganzen Körper des vermeintlichen
Mordopfers konservieren. Die Untersuchung der Leiche bringt
jedoch Überraschendes zutage und führt den Phatologen
auf die Spur des Mörders.
Der Arzt und Einbalsamierer Efisio Marini tritt als zynisch-scharfer
Beobachter einer Gesellschaft auf, die längst alle Tabus
gebrochen zu haben scheint. Dem korrekten und aufgeklärten
Phatologhen setzt Todde ein Panoptikum an grotesken, frivolen,
gierigen, durchgeknallten und grausamen Personen gegenüber,
von denen einige nicht vor Mord zurückschrecken. Eine
schäbige Welt in der sich realistische Darstellungen
mit wahnwitzigen Visionen abwechseln und in der alles möglich
zu sein scheint. Ähnlich wie Friedrich Dürrenmatt
offenbart der Autor in seinem Roman die Widersprüchlichkeit
gesellschaftlicher Strukturen. Er vereinbart tragisch-groteske
Elemente und entwirft ein absurdes Sittengemälde einer
archaischen und sich auflösenden sardischen Gesellschaft.
Dies schafft Distanz zum Leser und regt ihn zum eigenständigen
Nachdenken an. Wer literarisch anspruchsvolle Kriminalromane
mag, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.
Mit seinem Debüt-Roman Der Tod der Donna Milena
(Lo Stato delle Anime) beginnt die Krimi-Serie um
seinen Helden, den historisch verbürgten sardischen Arzt
und Einbalsamierer Efisio Marini, der mit der Aufklärung
mysteriöser Todesfälle beschäftigt ist. Muss
er in seinem ersten Fall dem Mörder der verbitterten
Witwe Donna Milena auf die Spur kommen, ist der junge Efisio
im dritten Roman Die Toten Fischer von Cagliari (L’occhiata
Letale) ri) den Mördern des Fischer Tàtano auf
der Spur. Dieser hatte einen Fisch verspeist in dem er einen
wertvollen Ring gefunden hat. Doch die Freude dauert nicht
lang, denn wenig später ist Tàtano tot und der
Ring verschwunden. In der Chronologie seiner historischen
Sardinien Krimis um den Einbalsamierer Efisio Marini scheint
Giorgio Todde rückwärts zu schreiten, den in den
drei Romanen begegnet uns jeweils ein um Jahre verjüngter
Efisio. In all seinen Krimis lässt Todde das Sardinien
des 19. Jahrhunderts mit beeindruckender Lebendigkeit neu
erstehen. Giorgio Todde hat in Italien mehrere Preise gewonnen,
2002 unter anderem den Literaturpreis Premio "Giuseppe
Berto", später den Preis Premio "Regium Julii".
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Sergio
Frau 1948 geboren in Rom.
Der Schriftsteller und Journalist arbeitet seit mehr als 30
Jahren als leitender Kulturredakteur bei der italienischen
Tageszeitung „La Repubblica“. Im September 2008 erschien sein
heiß diskutiertes Buch „Le Colonne D’Ercole”
unter dem Titel „Atlantika. Eine detektivische Untersuchung
des antiken Mittelmeerraums“ im Parthas Verlag Berlin
auf Deutsch. Trotz neuer historischer oder geografischer Perspektiven
und Erkenntnisse ist es nicht leicht Überzeugungen und
Gewissheiten anzupassen oder zu korrigieren. Die Säulen
des Herkules? Die stehen bei Gibraltar, das wissen doch alle...
Sergio Fraus Buch ist sicherlich ein untypisches Werk, das
zum Nachdenken anregt. Es verführt den Leser in eine
Welt antiker Geschichten, Legenden und in Vergessenheit geratener
Mythen. Dazu zitiert es aus ungewürdigten und vernachlässigten
klassischen Quellen. Gleichzeitig lädt es ein, die Kenntnisse
der Vergangenheit mit Neugier und Vorurteilsfrei neu zu bewerten.
Lesen Sie unsere Rezension
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