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cover Grazia Deledda

geboren 1871 in Nuoro. 1927 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten, auf Sardinien spielenden, Novellen und Romanen gehören La via del male, Elias Portolu, La Madre (dt. die Mutter), Marianna Sica , L'edera (dt. der Efeu) und Canne al vento (dt. Schilf im Wind). Die Werke wurzeln in der Welt der Hirten und Banditen der Barbagia. Natur und Menschen ihrer Heimat Sardinien scheinen mystisch verbunden. Leidenschaft, Sünde, Schuld und Verrat sind die Themen, um die ihre Werke kreisen. Der immer schlichte Faden des Geschehens und das Scheitern der geschilderten Personen geben vielen Werken Züge der Tragödie. 1900 heiratete sie Palmiro Madesani und zog nach Rom wo sie 1936 starb. Die Erzählung Cosima, ihre Autobiographie bis zum 30. Lebensjahr, wurde erst posthum veröffentlicht.



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cover Gavino Ledda

geboren 1938 in Siligo (Sassari). Er beschreibt das Leben auf Sardinien aus der Perspektive der Hirten. In seinem Buch Padre Padrone schildert er seine Kindheit und Jugend unter einem herrisch und rücksichtslosen Vater, der ihn zwingt die Grundschule zu verlassen und ihm als Hirte zu dienen. Das eigentliche Thema ist die Einsamkeit des Mannes. Erst mit zwanzig Jahren lernt er Lesen und Schreiben. Später bringt er es sogar zum Universitätsabschluss. Allerdings sollte man die geschilderten Kindheitserlebnisse nicht unbedingt verallgemeinern. Wem das Lesen keinen Spaß macht, kann sich auch den gleichnamigen Film angucken, den die Brüder Taviani nach Leddas Buch gedreht haben.


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cover   Antonio Gramsci

Geboren 1891 in Ales (Oristano). Der Begründer der Kommunistischen Partei Italiens und der Herausgeber der italienischen Zeitung "L'Unità" war betont politisch-sozial und gesellschaftsbewusst. Seine Jugend verbrachte er in Cagliari wo er sein Abitur machte. Später zog er aus Studiengründen nach Turin, wo er politisch aktiv wurde. 1926 wurde er von der faschistischen Polizei verhaftet und zu zwanzig Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Im Gefängnis wurde er vor eine neue und schwere Aufgabe gestellt: Er musste den unmenschlichen Haftbedingungen widerstehen, denen er jedoch 1937 erlag. Die im Gefängnis an seine Freunde und Familie geschriebenen Briefe sind in den Quaderni del Carcere gesammelt worden. In ihnen erneuerte er alles was die Haft zerstören sollte, nämlich Glauben, Ideale und Hoffnungen. Die Briefe, in denen er seine Kindheitserinnerungen schildert, yeugen von seiner tiefen Bindung zur Heimat Sardinien.




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cover   Marcello Fois

geboren 1960 in Nuoro. Obwohl der gebürtige Sarde heute auf dem Festland in Bologna lebt, sind viele seiner Romane auf Sardinien angesiedelt - und wenn mal nicht, ist die Insel zumindest präsent. Fois wird heute in Italien und im Ausland als der herausragende Vertreter des Italienischen Roman Noir gefeiert. Er hat mehrere Preise gewonnen, u. a. den Literaturpreis "Zerilli-Marimò Prize for Italian Fiction" für seinen 1998 erschienenen Kriminalroman Sempre Caro (dt. Tausend Schritte), ein erster Fall für seinen Helden "Avvocato Bustiano". Zu seinen in deutscher Sprache veröffentlichten Kriminalromanen gehören Sangue dal Cielo (dt. Himmelsblut), ein zweiter Fall für Avvocato Bustianu, Dura Madre (dt. der Tod wäscht alles rein) und Meglio Morti (dt. besser tot).



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cover   Massimo Carlotto

geboren 1956 in Padua. 1976 musste er vor der Polizei flüchten, die ihn des Mordes für schuldig hielt. In Padua wurde er in erster Distanz zunächst freigesprochen, in der Berufung jedoch zu 18 Jahren Haft verurteilt. Am Tag seiner Entlassung begann sein "zweites" Leben, in dem er dem Schreiben eine Chance geben wollte. In seinem Roman La verità dell'alligatore (dt. die Wahrheit des Alligators) erzählt er von seiner Vergangenheit: von dem Mord, der Verfolgung, der Verurteilung und von seiner Wahrheit. Es ist der erste Fall des nicht lizensierten Privatdetekivs Marco Buratti alias "Alligatore", der mit Unterstützung eines Ganoven undurchsichtige Fälle auf die etwas andere Art löst und dank gutem Blues und vielen Flaschen Calvados als besonders intuitiv und einfühlsam erscheint. Ein weiterer Fall für den Alligator ist Il Mistero di Mangiabarche (dt. die schöne und der Alligator). In diesem Fall verschlägt es den Alligator nach Sardinien, wo er in Calasetta einer heißen Spur nachgeht. Massimo Carlotto, der heute in Cagliari lebt und arbeitet, gilt als einer der bedeutesten italienischen Krimi-Autoren unserer Zeit.







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  Sergio Atzeni

geboren 1952 in Capoterra bei Cagliari. 1995 wurde der sardische Schriftsteller, Journalist und Übersetzer auf der Insel San Pietro von einem Felsen ins Meer gespült. Den dramatischen Tod erreichte den 42-jährigen zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller. Im deutschen Nautilus Verlag die Übersetzung des bekanntesten Werks ,Il figlio di Bakunin' erschienen, um das es in den 1990-er Jahren einen regelrechten Kult gab. 1997 wurde das Werk verfilmt. Bakunins Sohn, so der deutsche Titel, ist eine Sammlung von persönlichen Schilderungen über Tulio Saba, Sohn eines einst reichen Schuhmachers aus Guspini mit Spitznamen Bakunin. Ein Mensch - hundert Meinungen. War er nun Anarchist oder Kommunist? Poet und Musiker oder Weiberheld? Am Ende gar Mörder des Berkwerksdirektors? Aus vielen Meinungen strickt sich der Leser sein eigenes Bild von Tulio, der sich zeitlebens in Montevecchio, Guspini, Carbonia, Cagliari und Neapel herumtreibt. Der Autor erzählt aus dem Sardinien der 1920-er Jahre und der Mussulini-Zeit, aus den Bergwerken im Sulcis, von Reichtum und Armut, Arbeit und Arbeiteraufständen.










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  Salvatore Niffoi

geboren 1950 in Orani. Salvatore Niffoi ist in Italien einer der großen literarischen Überraschungserfolge der letzten Jahre. In den Büchern des Lehrers, der auch als Töpfer und Keramikkünstler tätig ist, finden sich alle Elemente einträglicher, zeitgenössischer Erzählliteratur. Obwohl Niffoi zahlreiche sardische Wörter und Themen der traditionellen Literatur verwendet, gelingt es ihm in seinen Texten auch immer eine moderne Perspektive zu schaffen. Er hat mehrere Preise gewonnen, u. a. den Literaturpreis "Premio Campiello" für seinen 2006 erschienenen Roman La Vedova Scalza (dt. die barfüßige Witwe). Der Zsolnay Verlag veröffentlichte nun seinen Roman La Leggenda di Redenta Tiria (dt. die Legende von Redenta Tiria) in deutscher Sprache. In der Erzählung berichtet der Ich-Erzähler Battista Graminzone von den Schicksalen der Menschen in einem gottverlassenen Ort der Barbagia im Inland Sardiniens. Battista ist Staatsdiener und Führer des Sterberegisters im fiktiven Abacrasta, einem Dorf, in dem sich die Menschen unerklärlicherweise reihenweise umbringen. Von einer geheimnisvollen Stimme gerufen, legen sich die Männer meist den Gürtel um den Hals, die Frauen nehmen den Strick. Eines Tages kommt jedoch eine barfüßige Frau mit langen schwarzen Haaren ins Dorf, Redenta Tiria, der es gelingt die Lebensmüden von ihren Suizidplänen abzuhalten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören neben La Vedova Scalza noch Il Postino di Piracherfa (dt. der Postbote von Piracherfa) und Cristolu.













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  Milena Agus

geboren in Genua. Als Kind sardischer Eltern lebt die Schriftstellerin heute in Cagliari auf Sardinien. Hier unterrichtet sie Italienisch und Geschichte an einem Gymnasium. 2005 veröffentlicht sie ihren ersten Roman Mentre dorme il Pescecane (dt. Solange der Haifisch schläft). Das Buch spielt auf Sardinien und erzählt die Geschichte der Familie Sevilla Mendoza: es geht um Liebe aber vor allem um die Leichtigkeit und die Schwere des Seins. 2007 erscheint ihr zweiter Roman Mal di Pietre (dt. die Frau im Mond), ein amüsanter und groß angelegter Liebesroman. Diesmal spielt die Geschichte im Sardinien der Nachkriegszeit. In einer Hommage an die Großmutter erzählt die Enkelin deren Suche nach der wahren Liebe. Von der Familie als verrückt eingeschätzt, weil ihr alle möglichen Verehrer immer wieder davon laufen, lässt sich die Großmutter, auch wenn sie ihn nicht liebt, auf eine Zweckehe mit einem Witwer ein. Der wahren Liebe, die alle Wünsche erfüllt, begegnet sie erst Jahre später bei einem Kuraufenthalt. Ein Traum, dem die Realität jedoch nicht standhält. Milena Agus hat mehrere Preise gewonnen, unter anderem den Literaturpreis Premio Junturas 2004 für ihre vor den Romanen veröffentlichten Kurzgeschichten und den Premio Narrativa 2007 für ihren Roman Mal di Pietre.










Milena Agus: Die Frau im Mond
(auch als Audio-CD erhältlich)
Solange der Haifisch schläft
 

  Giorgio Todde

geboren 1951 in Cagliari. Der Schriftsteller Giorgio Todde ist eigentlich Augenarzt und lebt in Cagliari auf Sardinien. Mit seinem Debüt-Roman Lo stato delle Anime (dt. der Tod der Donna Milena) beginnt die Krimi-Serie um seinen Helden, den historisch verbürgten sardischen Arzt und Einbalsamierer Efisio Marini, der mit der Aufklärung mysteriöser Todesfälle beschäftigt ist. Muss er in seinem ersten Fall dem Mörder der verbitterten Witwe Donna Milena auf die Spur kommen, bringt die Untersuchung der Leiche eines Anwalts in seinem zweiten Fall Paura e Carne (dt. das Geheimnis der Nonna Michela) Überraschendes zutage. Im dritten Roman L’occhiata Letale (dt. die toten Fischer von Cagliari) ist der junge Efisio Marini den Mördern des Fischer Tàtano auf der Spur. Dieser hatte einen Fisch verspeist in dem er einen wertvollen Ring gefunden hat. Doch die Freude dauert nicht lang, denn wenig später ist Tàtano tot und der Ring verschwunden. In all seinen Krimis um den Einbalsamierer Efisio Marini lässt er das Sardinien des neunzehnten Jahrhunderts mit beeindruckender Lebendigkeit neu erstehen. Giorgio Todde hat in Italien mehrere Preise gewonnen, 2002 unter anderem den Literaturpreis Premio "Giuseppe Berto", später den Preis Premio "Regium Julii".










Giorgio Todde Bücher
 

 

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