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Der Reisebericht und die Photoreportage waren im 18. und 19.
Jahrhundert eine weit verbreitete und gern gelesene bzw. gesehene
Gattung. Auch einige der großen Photographen und Reiseberichte-Schreiber
hat es nach Sardinien verschlagen. So waren Heinrich von Maltzan
und H.D. Lawrence jeweils für einige Monate auf der Insel
zu Gast. Im Jahre 1927 bereiste der berühmte Photograph
August Sander mit dem Schriftsteller Ludwig Mathar Sardinien.
Ernst Jünger hingegen beschreibt seine Erlebnisse auf
der Insel in den 1950-er Jahren. Durch einfaches Klicken auf
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>> Reiseberichte
& Photoreportagen |
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>> Zibaldone:
Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart |
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August Sander: Sardinien – Photographien
einer Italienreise 1927, Schirmer/Mosel Verlag, München,
2009.
August Sander (1876 - 1964) gilt als der Fotograf
der dokumentarisch sachlich-konzeptuellen Fotografie. Im März
und April 1927 durchreiste der erfahrene Photograph und Autor
des Bildatlas „Menschen des 20. Jahrhunderts“ zusammen mit
dem Monschauer Schriftsteller Ludwig Mathar Sardinien. Es
war die einzige längere Auslandsreise im Leben des berühmten
deutschen Fotografen. Über 300 Aufnahmen, die bisher
unveröffentlicht blieben, hatte er von seiner Reise zurück
nach Köln gebracht. In den klar beschriebenen Landschaftsbildern,
Momentaufnahmen und Portraits erhält der Betrachter einen
guten Einblick in das, was Sander vor mehr als 80 Jahren auf
Sardinien vorfand: Eine in archaische, bäuerliche Lebensformen
verhaftete, friedvolle Insel. Die Bilder seiner Sardinien-Reise
wurden nun erstmals in diesem eleganten zweisprachigen Photoband
mit 121 fantastischen Duotone-Tafeln und 364 Abbildungen veröffentlicht.
Die zahlreichen u.a. in Porto
Torres, Sassari,
Oristano,
Uta, Dolianova, Iglesias,
Aritzo,
Atzara, Nuoro
und Cagliari
geschossenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen belegen nicht nur
die scharfe Beobachtungsgabe und das starke Einfühlungsvermögen
des Photographen, sondern bringen auch kulturhistorische Aspekte,
Eigenarten und Entwicklungen im Sardinien der 1920-er Jahre
ans Licht. Ergänzt wird der herausragende Bildband durch
eine ausführliche Einleitung von Gabriele Conrath-Scholl,
Leiterin der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur
in Köln, ein Verzeichnis, das der Reiseroute von 1927
folgt, eine Kurzbiografie Sanders sowie mehrere Abhandlungen
über den Photographen. Das in den Bildern, in ihrer Einfachheit
und Schönheit beschrieben ursprüngliche, naturnahe
Leben auf Sardinien, macht dieses Werk einzigartig. |
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Heinrich von Maltzan: Reise auf
der Insel Sardinien, Books on Demand, Norderstedt, 2002.
In seinem Werk "Reise auf der Insel Sardinien", erstmals erschienen
im Jahre 1869, beschreibt der Orientalist und Reiseschriftsteller
Heinrich von Maltzan seine Reise zu damals noch unentdeckten
Insel Sardinien. Nachdem sich Maltzan ausgiebig in Cagliari
umgesehen hat, begleitet ihn der Sardinienforscher Giovanni
Spano durch die antiken Stätten und das Nationalmuseum der
Stadt. Es folgen verschiedene Ausflüge ins Umland. So besucht
er die Berkwerke im Sulcis und bezieht Quartier in Iglesias.
Von Sassari aus bereist er dann den Norden und schließt seine
Reise mit der Umsegelung der Nord- und Ostküste ab. Sein Werk
ist nicht nur detailierter und präziser als jeder Reiseführer,
sondern gleichzeitig ein Querschnitt durch Geschichte, Architektur
und Hermeneutik. Die Verbindung von vielen Informationen und
humorvoll geschilderten Begebenheiten macht den Reiz des Buches
aus. Durch Vergleiche, Metaphorik sowie Personalisierungen
erzeugt er eine poetische und bewegte Sprache. Die Lektüre
eine reichhaltige, aber doch leichte Kost, die allerdings
etwas Durchhaltevermögen erfordert. Für die Neuauflage
wurde das Buch gekürzt und durchgesehen und mit aktuellen
Anmerkungen kommentiert. |
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Max Leopold Wagner: Reisebilder
aus Sardinien, Books on Demand, Norderstedt, 2004. Max
Leopold Wagner schildert in diesem Buch seine Erfahrungen
und Berichte, die er zwischen 1904 und 1906 auf Sardinien
gesammelt hat. Zusammen mit einem Freund durchquerte Wagner
die Insel mit dem Fahrrad. Zur damaligen Zeit herrschten auf
Sardinien noch katastrophale Straßenzustände und
überall war die Malaria-Gefahr noch sehr hoch. Wagner
jedoch war so fasziniert vom Leben der Sarden und ihrer Sprache,
dass er sich an ihre Erforschung machte. So gilt der Münchner
bis heute als einer der bedeutendsten Sardologen. Nicht zuletzt
sein sprachgeschichtliches Standardwerk "La lingua sarda:
storia, spirito e forma" von 1950 machte ihn zu einem
der wichtigsten Linguisten der sardischen Sprache überhaupt.
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Rezension: Isabelle Jordy |
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Ernst Jünger: Am Sarazenenturm,
Klett Verlag, Frankfurt a. M., 1955. Ernst Jünger reiste schon
früh nach Italien: Zum ersten Mal nach dem Ersten Weltkrieg,
als er an der Universität in Neapel Philosophie und Naturwissenschaften
studierte. Später hat er dann in den 50er Jahren einige Zeit
auf Sardinien verbracht. In Villasimius sah, träumte, hörte,
schmeckte, suchte und beobachtete er: Die Reflexionen über
seine persönlichen Erlebnisse auf der Insel hat er in seinem
Reisebericht "Am Sarazenenturm" beschrieben. Die Originalausgabe
ist leider vergriffen, aktuell ist "Am Sarazenenturm" in
den "Sämtlichen Werken" von Ernst Jünger, Band 6 enthalten. |
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David Herbert Lawrence: Das
Meer und Sardinien, Diogenes, Zürich, 1985. Der Engländer
heiratete eine gebürtige Deutsche: Frieda Weekley, eine geborene
von Richthofen. Mit ihr verbrachte er die Jahre 1912 und 1913
in Italien, wo das erste seiner viel gepriesenen Reisebücher
entstand. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges trat bei Lawrence
die tiefe Betrachtung der Natur in den Vordergrund. In seinem
1921 geschriebenen Reisebuch "Das Meer und Sardinien" wurden
seine Erlebnisse mit der Landschaft und dem Volk als Hintergrund
zu einer Handlung verarbeitet. Die deutsche Ausgabe ist
zur Zeit vergriffen und nur über gute Antiquariate zu bekommen.Die
englische Originalfassung ist hingegen in mehreren Varianten
verfügbar. |
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Markus Fritsche: Der
Inselabdruck. Fußspuren auf Sardinien. Schardt Verlag,
Oldenburg, September 2002. Bereits seit Jahrzehnten bereist
Markus Fritsche, geboren 1963, die Insel Sardinien, auf der
er auch mehrfach gelebt hat.
In „Fußspuren auf Sardinien“ beschreibt der Autor, feinfühlig
und liebevoll wie kein anderer, die Bewohner des Bergdorfes
Orosei und ihre traditionellen Bräuche. Von den alltäglichen
Ereignissen in und um Orosei erfährt Markus Fritsche
in den Kommunikationszentren der Ortschaft, der Bar „Su Petrosu“
und seinem Lieblingscafe „Da Franca“. Ausflüge ins Landesinnere,
in die Marmilla und nach Cagliari lässt er rau und grob,
doch auch paradiesisch schön erscheinen. Als guter Beobachter
hat er für Land und Leute eine treffsichere, zuweilen
sehr poetische Ausdrucksweise in verschachtelte Sätze
gepackt. Das Buch ist ein persönliches Bild des modernen
Sardiniens. Es ist eine Hommage an die Insel.
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Zibaldone
- Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart.
Heft Nr. 46 Schwerpunkt: Sardinien. Stauffenburg Verlag,
Tübingen, Herbst 2008.
Zibaldone Heft 46 - eine Reise auf Sardiniens kulturellen
Spuren
Reisen heißt Bewegung. Aus Neugier, Plänen und
Erfahrungshunger werden Erlebnisse und Erinnerungen. Aber
was treibt uns immer wieder nach Sardinien? Was prägt
die Kultur dieser Insel? Ist es die schillernde Costa Smeralda
mit ihren Stars und Sternchen? Oder ist es die landschaftliche,
sprachliche und literarische Vielfalt einer Insel, die seit
einigen Jahren verstärkt ins Bewusstsein der Reisenden
rückt?
Das neue Heft von Zibaldone lässt uns kulturelle Bilder
von Sardinien sammeln. Umfassender und facettenreicher lässt
sich ein Sardinien-Heft wohl kaum gestalten: Georges Güntert
würdigt das Ansehen der Nobelpreisträgerin Grazia
Deledda, Claudio Natoli versucht eine Erklärung für
die Etablierung des Faschismus auf der Insel. Auf der Suche
nach dem Geheimnis Sardiniens begibt sich Friedrich Wolfzettel
auf die Spuren der Reisenden Schriftsteller D.H.
Lawrence und Carlo Levi, Godehard Schramm forscht nach
der Mittelmeer-Sehnsucht eines Ernst
Jüngers und Titus Heydenreich nähert sich der
Insel aus der Perspektive des Fotografen Tet Arnold von Borsig.
Aus diesen unterschiedlichen kulturellen Zeugnissen ergibt
sich ein farbenreiches Bild Sardiniens: Da kann man von Maria
Giacobbe und Milena
Agus lesen, ebenso von der jüngsten sardischen Erzählliteratur
aber auch von antiken Instrumenten
und sardischer Vokalmusik. Im Notizbuch runden kuriose
Meldungen sowie Rezensionen zu Neuerscheinungen über
und aus Sardinien das Heft ab. |

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