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Der Reisebericht war im 18. und 19. Jahrhundert eine weit verbreitete
und gern gelesene Literaturgattung. Auch einige der großen
Reiseberichte-Schreiber hat es nach Sardinien verschlagen. So
waren Heinrich von Maltzan und H.D. Lawrence jeweils für
einige Monate auf der Insel zu Gast. Ernst Jünger hingegen
beschreibt seine Erlebnisse auf der Insel in den 1950-er Jahren.
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Heinrich von Maltzan: Reise auf
der Insel Sardinien, Books on Demand, Norderstedt, 2002.
In seinem Werk "Reise auf der Insel Sardinien", erstmals erschienen
im Jahre 1869, beschreibt der Orientalist und Reiseschriftsteller
Heinrich von Maltzan seine Reise zu damals noch unentdeckten
Insel Sardinien. Nachdem sich Maltzan ausgiebig in Cagliari
umgesehen hat, begleitet ihn der Sardinienforscher Giovanni
Spano durch die antiken Stätten und das Nationalmuseum der
Stadt. Es folgen verschiedene Ausflüge ins Umland. So besucht
er die Berkwerke im Sulcis und bezieht Quartier in Iglesias.
Von Sassari aus bereist er dann den Norden und schließt seine
Reise mit der Umsegelung der Nord- und Ostküste ab. Sein Werk
ist nicht nur detailierter und präziser als jeder Reiseführer,
sondern gleichzeitig ein Querschnitt durch Geschichte, Architektur
und Hermeneutik. Die Verbindung von vielen Informationen und
humorvoll geschilderten Begebenheiten macht den Reiz des Buches
aus. Durch Vergleiche, Metaphorik sowie Personalisierungen
erzeugt er eine poetische und bewegte Sprache. Die Lektüre
eine reichhaltige, aber doch leichte Kost, die allerdings
etwas Durchhaltevermögen erfordert. Für die Neuauflage
wurde das Buch gekürzt und durchgesehen und mit aktuellen
Anmerkungen kommentiert. |
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Max Leopold Wagner: Reisebilder
aus Sardinien, Books on Demand, Norderstedt, 2004. Max
Leopold Wagner schildert in diesem Buch seine Erfahrungen
und Berichte, die er zwischen 1904 und 1906 auf Sardinien
gesammelt hat. Zusammen mit einem Freund durchquerte Wagner
die Insel mit dem Fahrrad. Zur damaligen Zeit herrschten auf
Sardinien noch katastrophale Straßenzustände und
überall war die Malaria-Gefahr noch sehr hoch. Wagner
jedoch war so fasziniert vom Leben der Sarden und ihrer Sprache,
dass er sich an ihre Erforschung machte. So gilt der Münchner
bis heute als einer der bedeutendsten Sardologen. Nicht zuletzt
sein sprachgeschichtliches Standardwerk "La lingua sarda:
storia, spirito e forma" von 1950 machte ihn zu einem
der wichtigsten Linguisten der sardischen Sprache überhaupt.
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Rezension: Isabelle Jordy |
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Ernst Jünger: Am Sarazenenturm,
Klett Verlag, Frankfurt a. M., 1955. Ernst Jünger reiste schon
früh nach Italien: Zum ersten Mal nach dem Ersten Weltkrieg,
als er an der Universität in Neapel Philosophie und Naturwissenschaften
studierte. Später hat er dann in den 50er Jahren einige Zeit
auf Sardinien verbracht. In Villasimius sah, träumte, hörte,
schmeckte, suchte und beobachtete er: Die Reflexionen über
seine persönlichen Erlebnisse auf der Insel hat er in seinem
Reisebericht "Am Sarazenenturm" beschrieben. Die Originalausgabe
ist leider vergriffen, aktuell ist "Am Sarazenenturm" in
den "Sämtlichen Werken" von Ernst Jünger, Band 6 enthalten. |
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David Herbert Lawrence: Das
Meer und Sardinien, Diogenes, Zürich, 1985. Der Engländer
heiratete eine gebürtige Deutsche: Frieda Weekley, eine geborene
von Richthofen. Mit ihr verbrachte er die Jahre 1912 und 1913
in Italien, wo das erste seiner viel gepriesenen Reisebücher
entstand. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges trat bei Lawrence
die tiefe Betrachtung der Natur in den Vordergrund. In seinem
1921 geschriebenen Reisebuch "Das Meer und Sardinien" wurden
seine Erlebnisse mit der Landschaft und dem Volk als Hintergrund
zu einer Handlung verarbeitet. Die deutsche Ausgabe ist
zur Zeit vergriffen und nur über gute Antiquariate zu bekommen.Die
englische Originalfassung ist hingegen in mehreren Varianten
verfügbar. |
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Markus Fritsche: Der
Inselabdruck. Fußspuren auf Sardinien. Schardt Verlag,
Oldenburg, September 2002. Bereits seit Jahrzehnten bereist
Markus Fritsche, geboren 1963, die Insel Sardinien, auf der
er auch mehrfach gelebt hat.
In „Fußspuren auf Sardinien“ beschreibt der Autor, feinfühlig
und liebevoll wie kein anderer, die Bewohner des Bergdorfes
Orosei und ihre traditionellen Bräuche. Von den alltäglichen
Ereignissen in und um Orosei erfährt Markus Fritsche
in den Kommunikationszentren der Ortschaft, der Bar „Su Petrosu“
und seinem Lieblingscafe „Da Franca“. Ausflüge ins Landesinnere,
in die Marmilla und nach Cagliari lässt er rau und grob,
doch auch paradiesisch schön erscheinen. Als guter Beobachter
hat er für Land und Leute eine treffsichere, zuweilen
sehr poetische Ausdrucksweise in verschachtelte Sätze
gepackt. Das Buch ist ein persönliches Bild des modernen
Sardiniens. Es ist eine Hommage an die Insel.
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