http://www.egidiotrainito.it/
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Sandbank vor Sardinien: "Man braucht
ein bsichen Basiswissen, damit der Tauchgang ein Erlebnis wird"

Foto einer Dondice banyulensis: Egidio
ist auch Spezialist für wirbellose Tiere

Clavelina: Dieses Manteltier gehört zu der Gattung der Seescheiden
http://www.kt12.it/
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Egidio
Trainito wurde 1947 in Norditalien geboren und lebt heute in Porto
San Paolo, südlich von Olbia. Zunächst Planer für Fabrikhalleneinrichtungen
in Norditalien zog es ihn 1985 nach Sardinien um seinen drei Leidenschaften
nachzugehen: Die Unterwasserwelt, Archäologie und Vogelkunde. In
Porto San Paolo gründete er eine Tauchschule. Egidio ist Tauchlehrer
in verschiedene Spezialdisziplinen wie Meeresbiologie, Unterwasserfotografie
und Meeresarchäologie. Ende der 1980-er Jahre machte er aus zwei
weiteren Leidenschaften, dem Reisen und der Fotografie, einen Beruf:
Egidio Trainito ist heute international anerkannter Unterwasserfotograf
und Herausgeber zahlreicher Tauchführer. Außerdem arbeitet er für
zahlreiche italienische und internationale Tauchmagazine als Journalist.
Egidio zählt zu den erfahrensten Experten der sardischen Unterwasserwelt
und ist Vorsitzender des sardischen Tauchverbands.
Sardinien.com: Egidio, Sie kennen die Tauchreviere
rund um den Globus. Was ist das Besondere an der sardischen Unterwasserwelt?
Egidio Trainito: Also objektiv betrachtet ist Sardinien
unter Wasser ein Querschnitt durch die Flora und Fauna des Mittelmeers.
Was fehlt sind im wesentlichen Korallenriffs. Und das Wasser ist
um Sardinien besonders sauber, weil es kaum industrielle Verschmutzungen
gibt und Sardinien nur wenige Einwohner hat, die – anders als auf
Sizilien – Abwässer ins Meer einleiten. Außerdem ist der Fischfang
um Sardinien weniger intensiv.

Unterwasserwelt - eingefangen von
Egidio Trainito
Sardinien.com: Was sollte man von der sardischen Unterwasserwelt
wissen?
Egidio Trainito: Man braucht ein bisschen Basiswissen, damit
der Tauchgang ein Erlebnis wird. Die Küsten Sardiniens sind nicht
wie das rote Meer, wo man, einmal eingetaucht, von bunten Fischen
und Meeresgetier regelrecht umschwärmt wird. Ich habe es oft erlebt,
dass Sardinien-Neulinge unter Wasser kaum etwas gefunden haben.
Deshalb: Haltet die Augen auf! Eine auf den ersten Blick langweilige
Seegras-Wiese kann eine unendliche Vielfalt von Pflanzen und Tieren
verbergen. Sardinien hat das zu bieten, was man auch von anderen
Unterwasser-Reservaten kennt.
Sardinien.com: Sie sind unter anderem Herausgeber des Buchs
„Die besten Wrack-Tauchplätze der Welt“. Was hat Sardinien denn
an Wracks zu bieten?
Egidio Trainito: Um Sardinien gibt es zahlreiche versunkene
Schiffe. Zum Beispiel um Villasimius. Die meisten Wracks vor Sardinien
liegen aber sehr tief auf dem Meeresgrund, so dass es für Hobbytaucher
schwierig ist dort ranzukommen. Vor Orosei liegt das im Auftrag
der deutschen Marine in Livorno gebaute KT12, das 1943 von einem
englischen U-Boot versenkt wurde. Zwei Teile der KT12 liegen auf
Sandboden in 34 Metern Tiefe. Um das Schiff verstreut liegen zahlreiche
Bruchstücke und Teile der Ladung. Das Schicksal der KT12 interessiert
mich besonders und ich suche heute noch nach Augenzeugen und Überlebenden
des Unglücks.

Abwehrgeschütz der KT12 - das
deutsche Transportschiff liegt vor Orosei auf Grund
Sardinien.com: Aber um Sardinien gibt es auch noch viel ältere
Funde am Meeresboden...
Egidio Trainito: Ja, ständiger Schiffsverkehr um Sardinien
lässt sich ab etwa 2000 vor Christus nachweisen. Fundstücke wie
Keramikscherben, Amphoren findet man recht häufig. Im Golf von Olbia
habe ich den Kopf einer griechischen Herkules-Statue gefunden. Sogar
die Nuraghen haben unter Wasser ihre Spuren hinterlassen: Aus dieser
Zeit wurden Schiffsanker aus Granit am Meeresboden entdeckt. Vor
Porto Cervo ist ein römischer Marmorfrachter auf Grund gegangen.
Die Ladung, zahllose Marmorsäulen, liegt heute fein säuberlich um
das Schiff herum angeordnet auf dem Meeresboden. Und von Tharros
auf der Sinis-Halbinsel will ich erst gar nicht sprechen: dort liegen
noch kaum wissenschaftlich erforscht archäologische Perlen gerade
Mal einen Meter unter der Wasseroberfläche!
Interview: Timo Gerd Lutz. Fotos: Egidio Trainito
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