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Kunst
aus San Sperate - Präsentation von Künstlern aus dem Museumsdorf.
Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:



Raffaele Muscas
Via Togliatti 10
09026 San Sperate (CA)
Tel:: +39/070/9601464
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Raffaele
Muscas ist nicht nur ein Vollblutkünstler, der mit seinen Bildern,
Murales, Skulpturen und überlebensgroßen Betonfiguren
sehr erfolgreich ist. Er ist auch eine überaus beeindruckende
Persönlichkeit. Zusammen mit seiner Familie lebt er in San
Sperate und empfängt uns in seinem Atelier bei strahlendem
Sonnenschein, mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.
Sardinien.com: Herr Muscas, Sie sind in San Sperate
geboren. Wie war es, hier aufzuwachsen?
Raffaele Muscas: San Sperate ist ein Dorf, in dem wir uns
alle kannten. Ein ganz normales Dorf, das überall in der Welt
hätte sein können. Es gefällt mir hier. Ich fühle
mich sehr wohl. So ist das.
Sardinien.com: Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Raffaele Muscas: Na ja…also es ist nicht so, dass man sich
etwas in den Kopf setzt, wie: „Jetzt ziehe ich los und mache Kunst!“
Es sind offensichtlich Dinge, die man in seinem Inneren hat und
dann einen guten Zeitraum findet, in dem man sich ausdrücken
kann. Weiter weiß ich selbst nicht genau, ob das Kunst ist,
was ich mache oder eher weniger als das. (lacht)
Sardinien.com: Sie arbeiten mit verschiedenen künstlerischen
Ausdrucksformen. Welche sind das und gibt es eine davon, die ihnen
besonders am Herzen liegt?
Raffaele Muscas: Am Herzen liegen mir die Dinge, die ich
gerade mache. Diejenigen, die ich schon gemacht habe sind nicht
direkt vergessen, aber fast. Das heißt, wenn ich ein Werkstück
in Angriff nehme, ist es das Schönste, daran zu arbeiten. Wenn
es fertig ist, könnte man es auch zerstören, es bleibt
nur für die anderen. Aber für mich ist es eher so, dass
ich es gemacht habe und das reicht. Ich bin zufrieden damit die
Arbeit zu tun und das genügt mir. Danach existiert das Werk
für mich nicht mehr.
Sardinien.com: Wie würden Sie ihre Werke beschreiben?
Raffaele Muscas: Manchmal ist es wie ein Spiel. Ich setze
mich mit den Werken auseinander, indem ich mit ihnen spiele, mit
den Formen und Farben. Darüber hinaus ist es nicht so, dass
ich definiere, dieses bedeutet das und jenes etwas anderes. Das
ist eine falsche Erziehung. Viele machen sich daran, ihre Werke
zu erklären, aber das ist nichts als Werbung. Das Werk an sich
hat keine festgelegte Bedeutung. Es ist ein Gefühl und nichts
anderes.
Sardinien.com: Ein Element, das in ihren Arbeiten immer wiederkehrt,
ist das der opulenten Figuren. Was wollen Sie damit ausdrücken?
Raffaele Muscas: In diesen Figuren kann ich mich besser verwirklichen,
weil es viel mehr Material gibt (lacht), in dem ich mich
ausdrücken kann. Wenn man nur wenig hat, gibt es nicht so viel
auszufüllen, richtig? (lacht). Das bedeutet es (lacht).
Man darf keinen ungenutzten Platz lassen.
Sardinien.com: Sie sind auch Muralist. Wie würden Sie
die Entwicklung des Muralismus in den letzten Jahren beschreiben?
Raffaele Muscas: Ich weiß nicht, in den letzten Jahren…..vielleicht
ist es genau damals gewesen, als ich begonnen habe zu malen, das
heißt, ich wusste nur, wie man zeichnet. Aber es war eine
Sache, die wir nie ausgenutzt haben. Diese Art von Kultur gab es
nicht. Dann ist in San Sperate durch Pinuccio Sciola der Muralismus
entstanden. Dem haben wir uns gewidmet und so nach und nach haben
wir zuerst auf die Großen geschaut und jetzt, wo wir selbst
etwas größer sind, was das Alter betrifft natürlich,
(lacht) sind wir es, die etwas tun. Wir beschmieren die
Mauern und hoffen, dass der Hausbesitzer sich nicht aufregt. Nein,
es ist wirklich eine schöne Sache.
Sardinien.com: Was sind ihre nächsten Pläne?
Raffaele Muscas: Was ich in nächster Zeit gerne realisieren
möchte, ist eine Serie von Bildern mit lebensgroßen Frauen
auf Leinwand. Dazu habe ich bereits einige Entwürfe angefertigt.
Aber ich verrate Ihnen mal etwas: In Wirklichkeit habe ich gar keine
Pläne. Ich arbeite und ganz langsam, während ich arbeite,
sind es die Werke selbst, die mir die Pläne eingeben. Die Ideen
ziehen vorüber und dann kommen mir Geistesblitze. Einige Ideen
bleiben mir im Kopf und ich kann sie in die Tat umsetzen. Die anderen
sind einfach nur Ideen.
Interview: Julia da Costa
Interview vom 13. Juni 2008
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