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Kunst
aus San Sperate - Präsentation von Künstlern aus dem Museumsdorf.
Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:



Giampaolo Mameli Ceramiche
Via Decimo 107
09026 San Sperate (CA)
Tel:: +39/070/9600411
Fax: +39/1782250734
E-Mail: mail@giampaolomameli.com
Web: www.giampaolomameli.com
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Giampaolo
Mameli ist ein Künstler aus San
Sperate, der sich der Keramik verschrieben hat.
Mit seiner Mischung aus prähistorischen Elementen der sardischen
Kultur und modernen Formen ist er längst über die Grenzen
Sardiniens hinaus bekannt. Auf Ausstellungen in Rom, Paris und Tokio
sowie natürlich auf der sardischen Insel hat er bereits seine
Werke gezeigt.
Wir haben den sympathischen Künstler in seinem Töpferatelier
in San Sperate besucht und ihm einige Fragen über sein Heimatdorf,
sein Leben und seine Kunst gestellt.
Sardinien.com: Herr Mameli kommen Sie ursprünglich
aus San Sperate? Würden Sie sagen, dass die Tatsache, dass
Sie hier aufgewachsen sind, einen Einfluss auf Ihre Kunst hatte
und in welcher Hinsicht?
Giampaolo Mameli: Ja, ich stamme aus San Sperate. Sicherlich
gibt es hier viele Anregungen. Das ist ein Glücksfall, den
man nicht überall findet. Ich habe jedenfalls verschiedene
Erfahrungen gemacht, dadurch, dass ich über zehn Jahre in Rom
gelebt habe. Ich habe also auch die unterschiedlichsten Kenntnisse
erworben. Das ist nicht nur eine lokale Frage, sondern Teil einer
Kultur, durch die man versucht seinen Horizont ein wenig zu erweitern.
Sardinien.com: Wann haben Sie angefangen sich mit Kunst zu
beschäftigen? Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Giampaolo Mameli: Ich habe schon als kleiner Junge angefangen
zu malen. Das hat mir sehr gefallen, so dass ich dann das liceo
artistico (Anm. Liceo Artistico Statale Cagliari, künstlerisches
Gymnasium in Cagliari) absolviert habe. Darin bestand meine Schulbildung.
Mit etwa zwanzig Jahren habe ich angefangen mit Keramik zu arbeiten,
was ich inzwischen seit fast dreißig Jahren mache. Ich mag
es sehr zu experimentieren. Darum habe ich eine ganze Reihe von
sehr persönlichen Techniken für die Brennvorgänge
usw. erarbeitet. Für meine Arbeiten ist darum vor allem charakteristisch,
dass sie mit verschiedenen, sehr besonderen und originellen Brenntechniken
hergestellt werden.
Sardinien.com: Mit welchen Techniken oder Effekten arbeiten
Sie?
Giampaolo Mameli: Neben der traditionellen Majolika (Anm.
Terrakotta ohne Bemalung oder gewöhnliches Steingut, das mit
weißer Zinnglasur überzogen und mit bunten Farben bemalt
ist), die ich nur selten herstelle, arbeite ich vor allem mit der
Technik des Bucchero. Darunter versteht man einen einfachen Brennvorgang
ohne Sauerstoff, wodurch das Objekt oft komplett schwarz wird. Außerdem
verwende ich die Brennart Raku, die eine Sauerstoffreduktion wahrend
des zweiten Brenngangs vorsieht. Das Werkstück wird bei etwa
1000 Grad aus dem Ofen genommen und der Sauerstoffreduktion ausgesetzt.
Eine weitere Technik, die ich sehr oft benutze, ist die Dekoration
im dritten Brenngang, die sich riflessatura nennt und ähnliche
Eigenschaften hat, wie die Keramiken der Renaissance; etwas ganz
Besonderes also.
Sardinien.com: Ihre Werke haben einen sehr symbolischen Charakter.
Welche sind die zentralen Symbole ihrer Arbeit?
Giampaolo Mameli: Ich habe eigentlich schon immer mit den
Figuren des Stiers und der Muttergöttin gearbeitet, also mit
den Verkörperungen des männlichen und weiblichen Elements
der protosardischen Gottheit. Der Stier mit seinen Hörnern
repräsentiert dabei den Mond. Das Horn an sich erinnert ein
wenig an einen Halbmond, der insofern ein Symbol für Männlichkeit
ist, als er durch die verschiedenen Mondphasen die Erde fruchtbar
macht. Auf der Erde entsteht alles immer wieder neu. Darum wird
die Erde als weibliches Element gesehen. Sie ist voller Leben und
wird deshalb immer schwanger dargestellt. Es ist aber der Mond,
der in wiederkehrenden Abständen die Erde befruchtet und so
diesen wunderschönen Kreis des Lebens in Gang setzt. Ausgehend
von dieser Symbologie habe ich eine Serie von Figuren ausgearbeitet,
die von den archäologischen Funden auf Sardinien inspiriert
sind. Dennoch werden sie auf sehr moderne Art und Weise ausgestaltet,
so dass sie an die Einrichtung und Dekoration unserer Häuser
angepasst sind. Auch hier arbeite ich sehr viel mit diesen beiden
Figuren.
Sardinien.com: Woher nehmen Sie ihre Inspiration? Welche
Einflüsse gibt es?
Giampaolo Mameli: Sicherlich aus unseren Wurzeln, genauer
gesagt, aus der Kultur Sardiniens, die aber wie alle urtümlichen
Kulturen auch viele sehr moderne Aspekte in sich vereint. Diese
können neu verwendet und auf sehr moderne Weise interpretiert
werden. Ich würde also sagen, dass ich mit einem Auge zurückblicke
und mit dem anderen weit vorausschaue.
Sardinien.com: Wie hat sich die Arbeit in San Sperate bis
heute entwickelt?
Giampaolo Mameli: Nun, sie hat sich in verschiedene Richtungen
entwickelt. Einer der wichtigsten Anführer dieser Bewegung
ist ganz klar Pinuccio Sciola, der den Muralismus (Anm. sardische
Wandmalerei, entstanden in San Sperate) begründet hat. Um diese
Richtung herum sind dann verschiedene Theatergruppen, Malerkreise,
unterschiedliche angewandte Künste, gerade die Keramik, Grafik
und vieles mehr, entstanden. Diese Dinge konnten vor allem dank
des kulturellen Bezugs wachsen, der jeden Künstler dazu anregt,
seine eigenen Bestrebungen zu realisieren. Auch diese können
sich in einem Bereich mehr als in anderen ausprägen.
Sardinien.com: Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Giampaolo Mameli: Also ich hoffe, dass es mir gelingt meine
Arbeit noch lange ausüben zu können. Außerdem wechsele
ich das Töpfern auch mit der Malerei ab. Und ich mag es verschiedene
Materialien zusammen zu bringen, beispielsweise Malerei und Keramik.
Es gibt da noch eine ganze Reihe von anderen Elementen, die sich
untereinander gut vereinen lassen.
Interview: Julia da Costa
Interview vom 13. Juni 2008
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