Immer
wieder Kunst! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum
Beispiel:
Scultura - Bildhauerei
Pittore - Maler
Muralista - Wandmaler
Disegno - Bild
Murales- Wandbild
Pietre sonore - Klangsteine
Pietra - Stein
Suono - Ton

Das
Rasterrelief eines eingeschnitten Basaltsteines

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Er beginnt mit einer Diamantfräse in ausgewählte sardische
Kalkstein- bzw. Basaltbrocken Linien- oder Gittermuster einzufräsen.
Die Tiefe der Einkerbungen oder die Abstände der schachbrettartigen
Zäpfchen bestimmen den Ton. Ein C erklingt, wenn der Längseinschnitt
34 cm tief und 6 mm breit ist, ein D ertönt bei einem 31 cm
langen Einschnitt und einer Breite von 4 mm. Doch auch die Art,
Größe und Form des Steines bestimmen den Laut. Die Klangsteine
können mit der Hand oder einem kleinen Stein wie eine Harfe
angezupft werden: sogleich ertönt eine langschwingende, weiche,
mystische Stimme.
Pinuccio
Sciola schlägt in seinem Skulpturen-Garten in San Sperate den
Klangstein mit einem kleinen Kalkstein wie eine Harfe an
Sciolas Klangsteine sind Skulpturen eines genialen Tonkünstlers,
der dem Publikum einiges abverlangt: Jeder kennt den Stein als stummen
Wächter der Zeit, aber dass er Töne erzeugen kann, ahnt
niemand - es sei denn, man klopft auf ihn. Sciola reicht es nicht,
Steine in Form zu hauen und einzuschneiden, er will der vermeintlich
leblosen und stummen Materie eine Stimme verleihen, will ihre Transparenz
und Elastizität zum Vorschein bringen, zu ihren Schwingungen
vorstoßen, so wie er es vor langer Zeit bei den alten Mayas
in Peru bewundert hat. Bezeichnend ist, dass zeitgenössische
Komponisten und Musiker, wie beispielsweise der Sarde Paolo Fresu,
diese Töne und Resonanzen für ganz moderne Kompositionen
verwenden.

Im
Gegenlicht der Sonne wird die Transparenz der Klangsteine besonders
sichtbar
Die Skulpturen und Klangsteine von Pinuccio Sciola sind
durch ganz Europa gereist. Man fand sie unter anderem auf der Biennale
in Venedig, im städtischen Museum Leverkusen, im Wilhelm-Lehmbruck-Museum
in Duisburg, im Kunstverein Heidelberg, in der Stadtgalerie Saarbrücken,
in der Galerie Merkel in Stuttgart, auf der Expo 2000 in Hannover,
in Kirchheim unter Teck, Hamburg, München, Paris, Versailles und
Assisi. In seinem Haus in San
Sperate, das zugleich Werkstatt ist, empfängt er Gäste immer
mit einem musikalischen Grußwort – und freut sich wenn die Besucher
diese einmaligen Töne genießen.
Text und Fotos: Andrea Behrmann
Letztes Update: 13. Dezember 2007
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