Immer
wieder Kunst! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum
Beispiel:
Pinuccio
Sciola wurde 1942 in San Sperate, bei Cagliari geboren
Scultura - Bildhauerei
Pittore - Maler
Muralista - Wandmaler
Disegno - Bild
Murales- Wandbild
Pietre sonore - Klangsteine
Pietra - Stein
Suono - Ton

Diese
Maske aus dem 4.-5. Jh. v. Chr. wurde 1876 in San Sperate gefunden.
Sie ist derzeit im Archäologischen Museum in Cagliari zu besichtigen
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Pinuccio Sciola, 65, aus San
Sperate bringt Steine zum Klingen – und gilt heute als Sardiniens
bedeutendster Künstler der Gegenwart. Zahlreiche europäische
Kunsthallen und Museen ehren ihn.
Die aus sardischem Stein gehauenen Skulpturen von Pinuccio Sciola
zu bewundern und seinen Klangsteinen zu lauschen, ist für jeden
Beteiligten ein Vergnügen. Für seine außergewöhnlichen
Plastiken verwendet er ausschließlich unbearbeitete Rohlinge,
die er auf der ganzen Insel sucht. Seine Liebe gilt dem einfachen
Kalkstein oder dem Basalt vulkanischen Ursprungs, nicht kostbarem
Marmor oder edlem Granitstein.
Mit dem Modellieren von Ton und dem Hauen von Steinen hatte Sciola
schon als kleiner Junge begonnen, während der harten Arbeit
auf dem Acker – als Laie. Als er 1959 einige seiner Skulpturen bei
einem öffentlichen Wettbewerb vorstellte, kam die erste Anerkennung:
Er gewann ein vierjähriges Stipendium, das ihm den Besuch der
Kunstschule in Cagliari
ermöglichte.
Die künstlerische Kraft des Bildhauers war schon damals zu
erkennen: Sie wurzelt in der Kultur Sardiniens, trägt aber
dennoch die Zeichen der Moderne.
Nach mehreren Auslandsaufenthalten, unter anderem in Deutschland,
Spanien, Frankreich und der Schweiz, initiierte Sciola 1968 erstmals
in der Geschichte Sardiniens den „Muralismo“. Etwa 320 große-
bis riesenformatige Wandbilder wurden bis heute an die Wände
seines Heimatdorfes gepinselt. Die Bevölkerung sowie nationale
und internationale Künstlerfreunde waren begeistert. Sogar
zum „Paese Museo“, zum Museumsdorf, hatte er sein San Sperate im
gleichen Jahr gekürt. Die Bilder erzählen von der Geschichte
und Kultur Sardiniens bis hin zu den harten Alltags- und Lebensbedingungen.

Einige
Szenen sind so realistisch gemalt, dass man meint, sie seien echt
Zusätzlich arbeitete er an seinen Skulpturen und Installationen,
die er im Dorf aufstellte. Er wurde an der Kunstschule in Cagliari
als Lehrer angeheuert und machte sich zwischendurch immer wieder
auf in die weite Welt. Mitte der 1970er Jahre war er in Mexiko City
und arbeitete zusammen mit dem berühmten mexikanischen Wandmaler
Siqueiros. 1979 lebt er zwei Monate lang bei einigen Stämmen
an der Ostküste Afrikas. Doch seine Gedanken kreisten immerzu
um Sardinen und San Sperate - und er kehrte immer wieder zurück.
Dann war der Zeitpunkt gekommen, um einmal zurückzublicken
und zu bedenken, was alles so los war, seit damals, als er Mitte
der 1960er Jahre sein Studium der Bildhauerkunst in Florenz aufnahm:
Der Weg vom steinernen Gegenstand zum Bildlichen, die Entwicklung
einer unverwechselbaren bildhauerischen Position: Bei seiner Arbeit
stellte sich ihm dann die Frage, ob denn ein Stein klingen, d.h.
einen warmen, weichen, langschwingenden Ton erzeugen kann. Darüber
brütete er ab Mitte der 1990er Jahre.
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