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Unser Tipp:
  Immer wieder Kunst! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:


Die Skulpturen des Pinuccio Sciola
Portraits - Künstler aus San Sperate
Murales aus Orgosolo
Die Bilder des Piero Ligas
Die Kunst der Marta Fontana
Gallerien & Ausstellungen




Wie heißt das auf Italienisch?
Muralismo - Wandmalerei
Murales - Wandbild
Muro - Mauer
Facciata - Fassade
Roccia - Fels
Pittore - Maler
Protesta - Protest
Resistenza - Widerstand

 

 
Murales auf Sardinien: Ohne große Worte



Selten hatte die Kunst so viel Methode. Seine Wandbilder rebellierten gegen die Industrie-Ansiedlung, gegen Militarisierung, kämpften für Gerechtigkeit und ein Menschenwürdiges Leben. Entschlossen, abgeklärt und engagiert war der Maler und Bildhauer Pinuccio Sciola, als er Ende der sechziger Jahre die Bewohner des Dorfes San Sperate zu dieser auf Sardinien einst so berühmten, umstrittenen und provokatorischen Malerei anregte.
Als 1968 die ersten „Murales“ unter seiner Leitung entstanden, funktionierte er sein Heimatdorf zur Galerie um.



In den Bilder zeichneten sich die großen Themen des sardischen „Muralismo“ ab: die Geschichte Sardiniens, die bäuerliche Kultur, die enge Bindung der Bevölkerung an Acker- und Weideland, die Alltäglichkeit, die Überlieferungen und Bräuche. Die sozial engagierte Malerei wies auf eine leidenschaftliche Anteilnahme am menschlichen Schicksal in ihren historischen, ethischen und kulturellen Gegebenheiten hin.
In den ersten „Murales“ sieht man nicht das Schöne, sondern das Aufbegehrende gegen die herrschende Ordnung, den verbitterten Zorn der Sarden. Nicht das Wohlgefällige war den Malern damals wichtig, sondern die Lebenssituation der Inselbewohner. Und die sah damals in ihren Augen nicht gerade rosig aus! Verbittert und mit Schärfe versuchten zunächst Laienmaler, später auch professionelle Maler zu einem neuen Bewusstsein zu gelangen.
In den 1970er Jahren griff der „Muralismo“ auf das Dorf Orgosolo in der Barbagia-Region über. Hier machten die „Murales“ der ersten Stunde einer nicht mehr nur sozial sondern auch politisch engagierteren und aufständischen Wandmalerei Platz. Insbesondere in Orgosolo brachten die Laienmaler mehr Entschlossenheit in ihre Bilder. Ahnen ließ sich schon damals, dass diese Bilder der konservativen Regierung keine Freude machen durften.
Mit der Zeit verblassten die Murales oder sie wurden durch die Witterungsverhältnisse zerstört. In San Sperate werden die verblassten Bilder einfach durch neue Murales ersetzt, in Orgosolo hat man hingegen versucht sich für die Restaurierung insbesondere der ältesten spontanen Kunstwerke stark zu machen.

Text: Andrea Behrmann, Fotos: Nicole Isabella Künstle
Letztes Update: 7. Dezember 2007
   
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