Holzfeuer zu Ehren
des S. Antonio Abate

Merdules und Boes
aus Ottana
Das
Reiterwettspiel von Oristano
S.
Efisio in Cagliari
Mamuthones
aus Mamoiada
Paolo Succu
|
|
Das
aufeinanderfolgen der Jahreszeiten und die wechselnden Klimabedingungen
bestimmten vor Jahren, als die Insel noch vorwiegend von Viehzucht
und Ackerbau lebte, die Zeitabschnitte in denen Hirten und Bauer
weniger auf dem Land oder der Weide zu tun hatten und mehr Zeit
für ihre Familie hatten. Viele der religiösen Feste, die
stark von heidnischen Bräuchen gekennzeichnet sind, fallen
vor allem in diese Zeiträume. Das gilt für die berühmtesten
Feste, wie beispielsweise die Sagra des Heiligen Efisio in Cagliari,
die Sartiglia in Oristano, die Candelieri in Sassari bis hin zum
wohl kuriosesten aller Feste, dem Karneval in der Barbagia, mit
zum Teil furchteinflössenden Verkleidungen und Holzmasken.
Januar
Im
Januar feiert man das Fest zu Ehren des Heiligen Antonio
Abate. Zu
diesem Anlass werden auf ganz Sardinien gewaltige Feuer entzündet.
Bereits mehrere Tage vor dem Fest beginnt das Sammeln von Holz.
Dieser uralte Brauch hat sicherlich einen vorchristlichen Ursprung.
Die Feierlichkeiten zu Ehren des Sant'
Antonio Abate leiten offiziell die Karnevalszeit ein.
Februar
Karneval:
Im
Februar finden auf ganz Sardinien Karnevalsveranstaltungen statt.
Allerdings ist der sardische Karneval keineswegs mit einem Kölner
Karnevalsumzug zu vergleichen. Die Veranstaltungen in Cagliari sind
eher im traditionellen Stil gehalten, d.h. große Karren, viel
Konfetti und Luftschlangen. Der ursprüngliche Charakter des
sardischen Karnevals - "Il
Carnevale Barbaricino" - ist vor allem in den Bergregionen
erhalten geblieben. Ein ganz und gar ungewöhnliches und ungeahntes
Faschingsfest kann man in Mamoiada, in Ottana und
in Orotelli erleben. Die
"Sartiglia"
in
Oristano ist eine der meistbesuchtesten Veranstaltungen der Karnevalszeit.
Es handelt sich bei diesem Ereignis um ein Reiterwettspiel spanischen
Ursprungs. Hier müssen Reiter Mut und Kraft beweisen. Die Veranstaltung
beginnt mit der Einkleidung des "Su
Componidori", dem Helden. Im Laufe des Nachmittags versuchen
die Reiter bei einem stürmischen Ritt zu Pferde mit einem Degen
einen Stern aufzuspießen. Nach altem Brauch, kann man aus
der Anzahl der aufgespießten Sterne die Jahresernte ablesen.
In Oristano läuft auch ein Steckenpferdrennen für Kinder:
Die Sartill'e
Canna.
März
Dieser Monat ist ein an Volks- und Kirchweihfesten armer
Monat. Einzige Ausnahme bilden die Feierlichkeiten zu Ehren des
San Giuseppe,
die am 19. März
in Nuoro, Lodi,
Oniferi, Ortueri, Oristano, Romana, Valledoria und San Vero
Milis stattfinden.
April
Das religiöse Ereignis, das in diesem Monat alle Aufmerksamkeit
auf sich lenkt, ist natürlich
Ostern, "sa pasca manna". Auf Sardinien gilt Ostern
als eines der wichtigsten Feste des Jahres. Dabei sind die Mysterienprozessionen,
die mit großer Ausdruckskraft
den Tod und die Auferstehung Christi nachvollziehen, eine
der interessantesten Veranstaltungen in diesem Monat. Zur Feier
wird typisches Ostergebäck gebacken. Am 2. Ostertag (Pasquetta) fahren die meisten Sarden
in die "campagna",
(aufs Land), um mit Freunden oder Verwandten bei einem gemeinsamen,
fröhlichen Picknick den Tag ausklingen zu lassen. Immer
15 Tage nach Ostern feiert man den Schutzpatron Sardiniens: S.
Antioco Martire.
Mai
Die wahrscheinlich bekannteste religiöse Veranstaltung
Sardiniens geht auf ein uraltes
Gelübde zurück. Seit dem 17 Jh. feiert man am 1. Mai die
Sagra
di Sant' Efisio in Cagliari,
eine prunkvolle Prozession, bei der an die tausend Teilnehmer aus
ganz Sardinien durch
die Stadt ziehen und das Standbild des heiligen Efisio
nach Pula begleiten.
Juni
Eines der wichtigsten religiösen Feste in diesem Monat
ist sicherlich "Corpus
Domini", das
mit Prozessionen und religiösen Offenbarungen in Desulo gefeiert
wird. Am ersten Sonntag des Montes findet in Fonni das Fest Nostra
Signora dei Martiri statt.
zurück | weiter
|