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Unser Tipp:
Die Krippe darf zum Weihnachtsfest nicht fehlen. In Olmedo, einem kleinen Ort zwischen Sassari und Alghero, wird die Pfarrkirche alljährlich mit einer ganz besonderen Krippe geschmückt. Da tummeln sich nämlich Figuren, Kuh, Esel, und Schafe, die aus Brotteig gebacken wurden. Der Besuch lohnt sich!






Weihnachten in Cagliari, Foto: Paolo Succu
Strassendekoration in Cagliari (Foto: Paolo Succu)






Wie heisst das auf Sardisch?
Nadali - Weihnachten
Paschixedda - Kleines Osterfest
Pizzinnu - Jung (Adj.)
Pediri - Bitten






Poetto Strand in Cagliari im Winter, Foto: Paolo Succu
Der Poetto-Strand im Dezember (Foto: Paolo Succu)



Wie heisst das auf Italienisch?
Natale - Weihnachten
Rito - Brauch
Dono - Gabe
Regalo - Geschenk
Presepe - Krippe
Re Magi - Die Heiligen drei Könige
Stella di Natale - Weihnachtsstern








Weihnachten und Silvester in Alghero, Foto: Comune di Alghero

 
 
Natale, Capodanno und Befana - Stimmungsvolle Weihnachten, Neujahr und Dreikönigsfest - Traditionen auf Sardinien

Weihnachten - il natale - nennen die Sarden auch "sa Paschixedda" (das kleine Osterfest), denn für sie ist das Weihnachtsfest nicht das höchste kirchliche Fest im Jahr.
Insgesamt sieben Feste feiern die Sarden in diesem Monat nur. In Erinnerung an Santa Barbara, San Nicola und Santa Lucia wird dann in zweiundzwanzig Gemeinden der Insel vor allem getanzt, gesungen und gefeiert. Trachten und Ochskarren bestimmen das Bild, riesige Holzfeuer brennen an den Plätzen, Feuerwerkskörper werden abgebrannt. Nur wenige feierliche Prozessionen oder komplizierte religiöse Rituale schmücken in diesem Monat das Geschehen. Jetzt haben üppige Festbankette ihren Auftritt. An den ersten Wochenenden des Monats laden verschiedenen gastronomische Feste zum Staunen und Probieren ein.

Weihnachten in Alghero, Foto: Comune di Alghero
Weihnachtsstimmung in Alghero, dem Städtchen mit katalanischer Vergangenheit im Nordwesten von Sardinien

Es sind die vielen Herbstfeste der Veranstaltung "Autunno in Barbagia" im Herzen der Insel. Der Duft köstlicher Speisen liegt dann hier in der Luft. In Ittireddu (in der Provinz Sassari) fließt der Wein am 8. Dezember nach den Feierlichkeiten zu Ehren von Nostra Signora di Intermontes gleich hektoliterweise. Zu Ehren der Heiligen Lucia wird am 13. Dezember auch in Tempio ein rauschendes gastronomisches Fest begangen. Aus den Dörfern der Umgebung kommen besonders viele Besucher am 4. Dezember nach Alghero. Nach der feierlichen Prozession zu Ehren der Heiligen Barbara trifft man sich in den Gassen des katalanischen Städtchens, um sich an den viele Spezialitäten Algheros zu laben. Zwei Tage lang dauert hingegen in Muravera (Provinz von Cagliari) das Fest zu Ehren des Heiligen Nikolaus. In der Provinz von Nuoro nehmen die Kinder in Orgosolo nach altem Brauch an "Sa Candelaria" teil: In den letzten Tagen des Jahres ziehen sie dann mit einem Leinensack von Haus zu Haus und bitten mit der Frage "a nolla dazes sa candelaria?" um Gaben und Geschenke.

Herbstfest Cortes Apertas in Meana Sardo in der Barbagia, Foto: Paolo Succu Herbstfest "Cortes Apertas" (Autunno in Barbagia) in Meana Sardo. Neben Kunstahndwerk lockt das Fest mit vielen kulinarischen Spezialitäten der Region (Foto: Paolo Succu)


Natale Capodanno und Befana - Weihnachten, Neujahr und Dreikönigsfest - Traditionen auf Sardinien
Für die Kleinen auf Sardinien ist schon der 8. Dezember, der Tag der Mariä Empfängnis, ein besonders schöner Tag. Anders als in Nordeuropa beginnen die Sarden schon am Tag der „immaculata conceptio“ (Unbefleckten Empfängnis) mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes.

Ein großen Festessen bei dem viel Fisch, Agnello, Maialetto, Capretto, Gemüse und Wein gereicht wird, läutet hingegen in den Familien die Feierlichkeiten zum Natale, dem Fest der Weihnacht, am Heiligabend ein. Zum kulinarischen Weihnachtsbrauch gehört auf jeden Fall der berühmte Panettone, ein Weihnachtskuchen aus Eiern, Butter, Zucker, kandierten Früchten und Rosinen, den es zum Nachtisch gibt. Nach dem Weihnachtsschmaus wird bis zur Mitternachtsmesse Tombola gespielt. Unter dem festlich geschmückten Christbaum liegen die Geschenke für Klein und Groß, die aber erst am frühen Morgen des 25. Dezember, wenn „Gesù Bambino“ (das Christkind) zur Welt gekommen ist, aufgemacht werden dürfen.

Silvester in Alghero, Foto: Comune di Alghero

Am Abend des 31. Dezember ist an Schlaf nicht zu denken. Ein beliebter italienischer Spruch besagt: „chi dorme a capodanno, dorme tutto l’anno“ - wer an Neujahr schläft, wird das ganze Jahr schlafen – und das ist kein gutes Zeichen. Um solche Müßiggänger-Jahre zu vermeiden, sorgen die Sarden dafür, dass das Capodanno-Fest die ganze Nacht und auch den nächsten Tag noch andauert. Wein und Sekt fließen beim Silvestermahl gleich hektoliterweise. Neben Fisch- und Fleischspezialitäten gibt es Linsen und „Zampone“, den berühmten entbeinten Schweinefuß aus der Region Emiglia Romagna. Denn je mehr Linsen man isst, desto mehr Geld verdient man angeblich im kommenden Jahr.
Die Mutigsten stürzen sich nach der Silvestermahlzeit ins Gedrängel auf die Piazza, um das Silvesterfeuerwerk zu bestaunen. In den großen Städten der Insel wird bis spät in die Nacht hinein Live-Musik und Straßentheater geboten.

Bevor der Alltag die Insel wieder einholt, schenkt der 6. Januar den Sarden noch ein letztes Fest: das Dreikönigsfest, dass das Ende der Feiertage bedeutet.
Das Fest, das an den Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland beim Jesuskind erinnert, ist in Italien an die Tradition der Befana (der Epiphanias) gebunden. Die Befana ist eine hässliche, alte Hexe, die in der Nacht zum 6. Januar, mit einem Sack voller Süßigkeiten, auf einem Besen anrückt. Durch den Kamin steigt sie in die Häuser ein und füllt die Strümpfe der Kinder, die sie am Abend zuvor erwartungsvoll aufgehängt haben. In ihrem Sack sind Bonbons und Schokoladeriegel, die braven Kindern Freude machen. Doch auch süße Kohlestückchen sind darin, für alle Kinder die im vergangenen Jahr ungezogen, frech oder böse waren.
Ihren Ursprung hat die Tradition der Befana in einer alten Legende: Auf ihrer Reise zum Jesuskind fragten die Drei Weisen am Haus der Befana nach dem Weg und ermunterten sie, doch mitzukommen. Die Befana verneinte und lies die Heiligen Drei Könige ziehen, was sie aber schon bald bereute. Schnell packte sie Gebäck und ein paar Süßigkeiten ein und versuchte die drei Könige einzuholen, jedoch ohne Erfolg. Da es ihr für immer versagt blieb, das Jesuskind zu sehen und zu beschenken, besucht sie seitdem jedes Jahr in der Nacht zum 6. Januar die Häuser der Kinder, um ihnen Geschenke zu bringen, in der Hoffnung eines von ihnen sei vielleicht das Jesuskind.

Text: Andrea Behrmann, Fotos: Comune di Alghero;

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