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In Sant’Antioco feiern die Sarden 15 Tage nach Ostern das älteste
Fest Sardiniens. Gewidmet ist es dem Schutzpatron der Insel Sardinien:
dem dunkelhäutigen Sant’Antioco Martire. Die Legende lässt
Antioco (95 - 96 n. Chr. in Mauretanien geboren) zur Zeit des römischen
Kaisers Adriano nach Sardinien kommen, denn als Arzt und Christ
wurde er in Afrika vom römischen Feldherren verfolgt, gefoltert,
und als alles nichts half, schließlich ohne Lebensmittel und
Wasser in einem kleinen Boot ausgesetzt.
Video
Clip Sagra
di S. Antonio Martire
Doch es geschah ein Wunder, Antioco erreichte die „Sulci-Küste“
und lebte fortan unerkannt in einer Grotte ein frommes Leben auf
der Insel bis er im Jahr 125 n. Chr. starb. Der Tradition nach,
soll Antioco, als die Truppen des Kaisers ihn endlich ausfindig
gemacht hatten, darum gebeten haben, vor seiner Abführung noch
einmal in seine Grotte gehen zu dürfen, um zu beten. Nach dem
Gebet starb er - und in der Höhle leuchtete ein strahlendes
Licht, als ob hellster Mittag sei. Als man davon hörte , wurde
die Höhle zur heiligen Stätte und zum wichtigsten Ziel
der Christen Sardiniens. Im 5 Jh. n. Chr. wurde auf ihr die Kirche
errichtet, in der Antiocos Leichnam feierlich beigesetzt wurde,
und die man zu Ehren des Heiligen Basilica di S. Antioco genannt
hat. Das erste in der Schrift dokumentierte Zeugnis der „Sagra S.
Antioco Martire – Patrono della Sardegna“ hat man im Jahr 1520.
Doch ihm zu Ehren wurde wahrscheinlich schon im 12. Jh. n. Chr.
alljährlich ein großes Fest begangen. 1124 hinterließ
ein Richter aus Cagliari dem Heiligen sogar die Insel, die heute
deshalb seinen Namen trägt. Die „Sagra“ wird auch jetzt noch
in der Stadt gefeiert, in der Antioco seinen Märtyrertod erlitt.
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