Immer
wieder Feste! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum
Beispiel:
>> Sant'Antonio
Abate - Karnevalsauftakt
>>
Sa Sartiglia
in Oristano
>> Sartill'e
Canna in Oristano
>> Sa Ratantira
in Cagliari

Unerschrocken präsentieren
Sos Urthos die tollkühnsten Klettervorführungen
Februar - Febbraio
Maske - Maschera
Karneval - Carnevale
Ziege- Capra
Hörner- Corna
Ziegenfell - Pelliccia di capra
Auch Kinder
sind mit von der Partie
Info
Associazione Mamutzones
Via Chiesa, 14 - 09086 Samugheo
E-Mail: info@mamutzones.it
Comune di Samugheo
Piazza Sedda, 3 - 09086 Samugheo
Tel.: +39/0783/64023

Die Gesichter
der Karnevalsteilnehmer sind rußgeschwärzt
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Und dann geht es los! Es sind nicht nur Masken und Menschen aus
Samugheos anwesend, auch Karnevalsgruppen aus den umliegenden Dörfern
der Barbagia
haben sich heute hier eingefunden. Angeführt von den Mamuthones
aus Mamoiada,
folgen Sos Tumbarinos aus Gavoi,
Sos Thurpos aus Orotelli, Su Bundu
aus Orani, sowie Sos Urthos und sos Buttudos aus
Fonni
dem Umzug, der von den Gastgebern Sos Mamutzones
und S'Urtzu (die ehrfürchtigen Anhänger
und ihr Gott Dionysos) geschlossen wird. Zwischendurch halten sie
an und beziehen die am Straßenrand stehenden Zuschauer in
ihr Spiel mit ein. So versuchen Sos Thurpos die
Gesichter von Zuschauern mit ihren verrußten Händen zu
schwärzen, Sos Urthos, klettern zum Vergnügen
der Leute unerschrocken an Laternenpfählen hoch, um sich von
Sos Buttodos wieder herunter zerren zu lassen -
liegen sie doch an dicken Eisenketten.

Das Markenzeichen
der Mamutzones ist ein mit Ziegenfell überzogenen Kork-Helm
mit Ziegenhörnern
Video
Clip Karneval
Samugheo
Der Kopf des S’Urtzu ist vollkommen unter dem Schädel
einer ausgestopften Ziege versteckt, während die Mamutzones
ihr Gesicht zeigen. In bestimmten Abständen halten sie immer
wieder inne, bilden einen Kreis, springen im fröhlichen dreiviertel
Takt auf und ab und legen währenddessen ihren Kork-Helm in
der Kreismitte ab. So tanzen sie für ein paar Minuten, alle
gemeinsam im Kreis, bis jeder auf die Mitte zustürzt und sich
seinen „Ziegenhut“ schnappt. Der Kreis ist in diesem Zusammenhang
ein Symbol und steht für die Unendlichkeit bzw. die Wiedergeburt,
wie beispielsweise die der vier Jahreszeiten. Schließlich
versammeln sich alle Gruppen in der Piazza. Gespannt wartet man
auf den Höhepunkt – das Ritual. Die Mamutzones
stellen sich wild hüpfend wieder im Kreis auf, wobei ihre Glocken
laut klingen - und zwar so laut, dass sie denjenigen der sie trägt
in einen rausch ähnlichen Zustand versetzten. Diesmal befinden
sich der Anführer S’Urtzu und der Dompteur
S’Ommadore (er repräsentiert das Menschliche
– und hier das Zusammenspiel von Mensch und Natur, wobei letztendlich
immer die Natur überliegt) in der Kreismitte. S’Ommadore
versucht mit seiner Rute S’Urtzu zu bändigen.
Er schlägt ihn so lange, bis S’Urtzu sich
blutend (versteckt unter seinem Mantel hält er einen Beutel
Wasser mit Blut vermischt) am Boden krümmt und schließlich
stirbt. Die Mamutzones (seine wilden, erschreckenden
Anhänger stellen die Bestien dar) tanzen immer wilder um ihn
herum. S’Ommadore beginnt ihn jetzt anzustupsen,
um ihn wieder zum Leben zu erwecken. Es wird erzählt, dass
zu diesem Zeitpunkt des Rituals ein "reinigender" Regen
einsetzt – und es soll in der Tat schon des öfteren vorgekommen
sein.
Ist der ganze Spuk vorbei, treffen sich Darsteller, Einwohner, Zuschauer
und Gäste zum fröhlichen Festmahl und es wird die ganze
Nacht hindurch bis in das Morgengrauen miteinander gelacht, getanzt
und gequatscht. Dieser überlieferte Brauchtum war ursprünglich
ein rein heidnisches Fest. Hirten und Bauern zelebrierten es, begrüßten
den Frühling und baten damit um ein gutes Erntejahr. Für
kurze Zeit wurde S’Urtzu, unter dem strengen Einfluss
der Christen, auch Santu Michilleo genannt. Dies
änderte sich aber sehr schnell wieder.
Text und Fotos: Elena Biffi. Letztes Update:
19. Januar 2010
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