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Unser Tipp:
Immer wieder Feste! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:
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>> Sa Sartiglia in Oristano
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Karneval, Fasching auf Sardinien: Mamutzones und S'Urtzus in Samugheo. Foto: Elena Biffi
Unerschrocken präsentieren Sos Urthos die tollkühnsten Klettervorführungen

Unterkünfte für Jecken und Narren:
Hotels in und um Oristano
Ferienwohnung in Oristano
Hotel in Riola Sardo


Wie heißt das auf Italienisch?
Februar - Febbraio
Maske - Maschera
Karneval - Carnevale
Ziege- Capra
Hörner- Corna
Ziegenfell - Pelliccia di capra


Karneval, Fasching auf Sardinien: Mamutzones und S'Urtzus in Samugheo. Foto: Elena Biffi
Auch Kinder sind mit von der Partie

Wichtige Adressen:
Info
Associazione Mamutzones

Via Chiesa, 14 - 09086 Samugheo
E-Mail: info@mamutzones.it

Comune di Samugheo
Piazza Sedda, 3 - 09086 Samugheo
Tel.: +39/0783/64023


Karneval, Fasching auf Sardinien: Mamutzones und S'Urtzus in Samugheo. Foto: Elena Biffi
Die Gesichter der Karnevalsteilnehmer sind rußgeschwärzt


 
 
Ahoi! Alaaf! Helau! Karneval auf Sardinien: Mamutzones und S'Urtzus in Samugheo (Fortsetzung)

Und dann geht es los! Es sind nicht nur Masken und Menschen aus Samugheos anwesend, auch Karnevalsgruppen aus den umliegenden Dörfern der Barbagia haben sich heute hier eingefunden. Angeführt von den Mamuthones aus Mamoiada, folgen Sos Tumbarinos aus Gavoi, Sos Thurpos aus Orotelli, Su Bundu aus Orani, sowie Sos Urthos und sos Buttudos aus Fonni dem Umzug, der von den Gastgebern Sos Mamutzones und S'Urtzu (die ehrfürchtigen Anhänger und ihr Gott Dionysos) geschlossen wird. Zwischendurch halten sie an und beziehen die am Straßenrand stehenden Zuschauer in ihr Spiel mit ein. So versuchen Sos Thurpos die Gesichter von Zuschauern mit ihren verrußten Händen zu schwärzen, Sos Urthos, klettern zum Vergnügen der Leute unerschrocken an Laternenpfählen hoch, um sich von Sos Buttodos wieder herunter zerren zu lassen - liegen sie doch an dicken Eisenketten.

Karneval, Fasching auf Sardinien: Mamutzones und S'Urtzus in Samugheo. Foto: Elena Biffi
Das Markenzeichen der Mamutzones ist ein mit Ziegenfell überzogenen Kork-Helm mit Ziegenhörnern

  Video Clip Karneval Samugheo

Der Kopf des S’Urtzu ist vollkommen unter dem Schädel einer ausgestopften Ziege versteckt, während die Mamutzones ihr Gesicht zeigen. In bestimmten Abständen halten sie immer wieder inne, bilden einen Kreis, springen im fröhlichen dreiviertel Takt auf und ab und legen währenddessen ihren Kork-Helm in der Kreismitte ab. So tanzen sie für ein paar Minuten, alle gemeinsam im Kreis, bis jeder auf die Mitte zustürzt und sich seinen „Ziegenhut“ schnappt. Der Kreis ist in diesem Zusammenhang ein Symbol und steht für die Unendlichkeit bzw. die Wiedergeburt, wie beispielsweise die der vier Jahreszeiten. Schließlich versammeln sich alle Gruppen in der Piazza. Gespannt wartet man auf den Höhepunkt – das Ritual. Die Mamutzones stellen sich wild hüpfend wieder im Kreis auf, wobei ihre Glocken laut klingen - und zwar so laut, dass sie denjenigen der sie trägt in einen rausch ähnlichen Zustand versetzten. Diesmal befinden sich der Anführer S’Urtzu und der Dompteur S’Ommadore (er repräsentiert das Menschliche – und hier das Zusammenspiel von Mensch und Natur, wobei letztendlich immer die Natur überliegt) in der Kreismitte. S’Ommadore versucht mit seiner Rute S’Urtzu zu bändigen. Er schlägt ihn so lange, bis S’Urtzu sich blutend (versteckt unter seinem Mantel hält er einen Beutel Wasser mit Blut vermischt) am Boden krümmt und schließlich stirbt. Die Mamutzones (seine wilden, erschreckenden Anhänger stellen die Bestien dar) tanzen immer wilder um ihn herum. S’Ommadore beginnt ihn jetzt anzustupsen, um ihn wieder zum Leben zu erwecken. Es wird erzählt, dass zu diesem Zeitpunkt des Rituals ein "reinigender" Regen einsetzt – und es soll in der Tat schon des öfteren vorgekommen sein.
Ist der ganze Spuk vorbei, treffen sich Darsteller, Einwohner, Zuschauer und Gäste zum fröhlichen Festmahl und es wird die ganze Nacht hindurch bis in das Morgengrauen miteinander gelacht, getanzt und gequatscht. Dieser überlieferte Brauchtum war ursprünglich ein rein heidnisches Fest. Hirten und Bauern zelebrierten es, begrüßten den Frühling und baten damit um ein gutes Erntejahr. Für kurze Zeit wurde S’Urtzu, unter dem strengen Einfluss der Christen, auch Santu Michilleo genannt. Dies änderte sich aber sehr schnell wieder.

Text und Fotos: Elena Biffi. Letztes Update: 19. Januar 2010

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