Immer
wieder Sensationsfunde! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen
Ihnen zum Beispiel:
Scavi - Ausgrabungen
Masso - Steinblock
Pietra - Stein
Fortezza - Festungsanlage
Cono - Konus
A due livelli - Zwei Stockwerke
Camera - Raum
Guardiano - Wächter
Infos:
ESIT Cagliari
Via
Mameli - 09100 Cagliari
Telefon: +39/070/60231
Freecall: 800013153 (Nur von Italien)
Servicenummern, die mit der Vorwahl 800 beginnen, sind für die
Anrufer kostenfrei
|
|
Gewaltige
Steintürme pflastern die Mittelmeerinsel - Spuren einer sogenannten
Nuraghen-Kultur. Wozu dienten die mysteriösen Türme und
wer baute sie? Archäologen und Historiker haben sich jahrelang
den Kopf zerbrochen und versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Ein bedeutender Beitrag kommt auch von den Sprachforschern.
Leider hat die italienische und sardische Geschichtsschreibung
Jahrzehntelang den Fehler begangen, nicht genügend auf die
Überreste der Ursprache zu achten, die in der Toponomastik
(Orts- und Gebietsnamen) des heutigen Sardisch und in den Nachnamen
vieler Sarden erhalten geblieben sind. Daraus geht eindeutig hervor,
dass die dominierenden Sprachen von 2300 bis ca. 250 n. Chr. das
Sumerische und das Akkadische waren. Der Beitrag des Punischen oder
Karthagischen ist vernachlässigbar. Die lateinische Sprache
und Kultur hat die Sprache und Kultur der Nuragher nur sehr spät
und dann auch erst nach und nach verdrängt. Die sogenannten
Nuragher, oder jedenfalls die Menschen die diese Insel schon 1000
Jahre vor den Phöniziern besiedelten und ihr ihren Stempel
aufdrückten, sind mit großer Wahrscheinlichkeit gleichzusetzen
mit den "Shardana" - einem "Seevolk" das ursprünglich
aus Nordmesopotamien kann. Archäologen haben festgestellt,
dass der Ursprungsort der "Tholos", also der für
die Nuraghen charakteristischen runden Form ebenfalls im gleichen
Gebiet beheimatet ist. Ausgangspunkt der "Völkerwanderung
über See" ist mit großer Sicherheit das Gebiet um
"Tell Arpashyah" im heutigen Nordsyrien gewesen. Im Altertum
war dies sumerisches Einflussgebiet und die gesprochenen Sprachen
waren Sumerisch und Akkadisch. Dabei muss man beachten, dass sumerisch-akkadisch
zu der Zeit eine Art "Weltsprache" war und damit auch
in vielen Regionen, auch Kleinasiens gesprochen wurde - es wurden
große Ähnlichkeiten mit dem Lydischen entdeckt, der "Schwestersprache"
des Etruskischen.
Neben dieser Tatsache, halten sich jedoch auch andere Theorien
die ernst genommen werden sollten. Eine dieser Theorien besagt,
dass es im Laufe der Jahrhunderte (ab ca. 1500 v. Chr.) etliche
Besiedlungen Sardiniens von Seiten der Bewohner der Stadt Sardes
in Kleinasien gegeben hat. Das Interessante dabei ist, dass die
lydische Sprache eng mit dem Etruskischen verwandt ist und auch
mit dem sumerisch-akkadischen viel Ähnlichkeit hat. Anhand
von fast identischen Ortsnamen im alten Lydien, im heutigen Sardinien
und in der Toskana, wird diese verblüffende Theorie untermauert.
Es bleibt abzuwarten inwieweit diese Theorie sich bewahrheitet bzw.
sich mit einer sumerisch-akkadischen Besiedelung deckt. Was die
Iberer und Lybier betrifft, so ist es zwar nicht falsch, dass diese
Völker ebenso Sardinien besiedelt haben, genauso wie die Ligurer
über Korsika, jedoch fällt dies in eine weit frühere
Zeitperiode (wahrscheinlich zwischen 6000 - 2000 v. Chr; Megalithkultur)
doch hat dies rein gar nichts mit den Nuraghen zu tun. Was alle
früheren Megalithkulturen jedoch gemeinsam hatten waren die
religiösen Kulte. Als die "Shardana" die Insel besiedelten,
fanden sie dort in jedem Falle eine schon homogene Kultur und Religion
vor. Die Archäologie würde stark davon profitieren, heutige
sprachgeschichtliche Abhandlungen zu Hilfe zu nehmen, denn in den
letzten fünfzig Jahren haben sie ein völlig verzerrtes
Bild der Geschichte Sardiniens abgegeben. Die kulturelle, sprachliche
und ethnische "Eigenständigkeit" und "Einzigartigkeit"
der Sarden im westlichen Europa wird durch die Archäologie
und Sprachwissenschaft immer weiter untermauert. Gleichzeitig werden
immer stärkere Bande zu Gebieten geknüpft (Naher Osten,
Ägypten, Mesopotamien) von denen vor hundert Jahren kaum jemand
vermutet hätte, dass da irgendeine Verbindung besteht.
<
zurück
|