Home
  Kunst & Gallerien
  Museen
  Musik & Konzerte
  Nightlife
  Feste & Folklore
  Kunsthandwerk
  Literatur & Reiseführer
  Landkarten
  Interviews
  Geschichte
  Archäologie
 


Unser Tipp:
Immer wieder Sensationsfunde! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:

"Su Nuraxi" bei Barumini
Interview Giovanni Lilliu
Ursprung der Nuraghen-Kultur
Etymologie Nuraghe
Bronzestatuetten
Die Römerzeit
Brunnenheiligtümer
Grabanlagen
Museen
Gallerien & Ausstellungen


Wie heißt das auf Italienisch?

Scavi - Ausgrabungen
Masso - Steinblock
Pietra - Stein
Fortezza - Festungsanlage
Cono - Konus
A due livelli - Zwei Stockwerke
Camera - Raum
Guardiano - Wächter
 
 

 



Archäologie - Von den geheimnisvollen Nuraghen bis zur Römerzeit 

Seit Beginn der Bronzezeit bis hin zu den Anfängen der Eisenzeit entwickelte sich auf Sardinien eine Zivilisation, die auch heute noch von den Wissenschaftlern als eine der größten frühgeschichtlichen Inselkulturen im Mittelmeerraum bezeichnet wird: Die "Nuraghen-Kultur".
Die Periode dieser Kultur dauerte bis zur Eroberung der Insel durch die Römer im Jahre 238 vor Christus.
Den Namen gaben ihr diese auffälligen und geheimnisvollen Turmbauten, von denen bisher an die 7000 Stück gefunden worden sind.


Der für seine Größe berühmte Nuraghe Losa an der S.S. 131

Bronzezeit (ca. 1700-900)

Um das Jahr 1600 vor Christus werden die ersten megalithischen Rundtürme aus tonnenschweren Steinblöcken, in der klassischen Kuppelform, gebaut: Vorwiegend an der Küste und auf den Hügeln der fruchtbaren Ebenen. Um das Jahr 900 vor Christus erreichen die ersten Phönizier die Insel.

Eisenzeit (ab 800)
Die Blütezeit der Nuraghen-Kultur fällt in diesen Zeitraum. Auf der Insel werden allenthalben Nuraghenfestungsanlagen und ganze Dörfer im Stil der Nuraghen-Kultur erbaut. Die Phönizier betreiben mit den Bewohnern der Insel zunächst friedliche Handelsbeziehungen, später dringen sie immer mehr gewaltsam in das Landesinnere ein: Sie waren praktisch die ersten Kolonisatoren. Später erobern dann die von den Phöniziern abstammenden Karthager die Insel.

Karthager und Römer (500-238)
Den Karthagern gelang es als erste eine Fremdherrschaft auf Sardinien einzusetzten. Doch erst um etwa 500 konnten sie die "Nuragher" aus den fruchtbaren Ebenen ins gebirgige Innere der Insel vertreiben. Hier im Landesinneren wurden dann, aus Verteidigungsgründen, untypische langgestreckte Nuraghen gebaut. Diese entsprachen zwar nicht der ästhetischen Gestaltung der zylinderförmigen Festungsanlagen, waren dafür aber leichter zu verteidigen.
Nuraghen sind beindruckende Bauwerke. Für den Bau wurden tonnenschwere Steine verwendet. Um die Konstruktion so stabil wie möglich zu halten, steckte man kleinere Steine zwischen die grossen Blöcke: Daraus entstanden Türme, die absolut einsturzsicher waren. Archäologen rekonstruierten, dass die "Nuragher" mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Spanien sowie aus dem fernen Lybien kamen. Die Gesellschaft der Nuraghen-Kultur war in soziale Klassen aufgeteilt: Das einfache Volk bildete die unterste Schicht: Bauern, Hirten, Handwerker und kleine Kaufleute. Danach kamen die Priester, die sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts sein durften. Priester und Priesterinnen waren zu religiösen, magischen sowie heilenden Handlungen berechtigt. Eine gehobenere Klasse bildete der Adel: Vorzugsweise Feudalherren, doch auch Krieger. An der Spitze der Hierachie regierte der Stammeshäuptling: Herr des kleinen Reiches und Patriach seines Stammes. Die ersten Nuraghen entstanden zwischen 1600 und 1200 vor Christus. Der grösste Teil dieser zyklopischen Bauwerke entstand allerding zwischen 900 und 600 vor Christus: Es ist die Zeit der Besetzung durch die Phönizier und Karthager, von den Römern auch Punier genannt. Im Jahre 238 vor Christus, nachdem die politische Macht Karthagos schon durch den "Ersten Punischen Krieg" geschwächt war, übernahmen dann die Römer die punischen Zentren auf der Insel.

< zurück

 

    © Sardinien.com - info@sardinien.com
Nachdruck und Weiterverbreitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung