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Mittwoch, 11. November 2009

Martinstag und Martinsbräuche auf Sardinien

Am 11. November, dem Martinstag wird auch auf Sardinien gefeiert. Insbesondere Sanluri, das Städtchen im Medio Campidano mit beeindruckendem Kastell und Besudde, das 450-Seelen-Dorf in der Provinz Sassari ehren den Heiligen Martin von Tours mit einem Sankt-Martins-Umzug und anderen Bräuchen.

Bei dem Umzug ziehen Kinder und Erwachsene mit dem Standbild des Heiligen zum Gedenken durch die Straßen der Dörfer und Orte. Begleitet werden sie häufig von Gläubigen in Trachten, Launedda-Spielern und polyphonen Gesangsgruppen. Zum Abschluss gibt es ein großes Martinsfeuer.
Als Brauch ist auch das traditionelle Martinsessen verbreitet. Der Überlieferung nach werden verschiedene Bohnengericht gegessen sowie ein leichter, fruchtiger Primeurwein (Novello) getrunken. Zum Nachtisch gibt es Mandelgebäck.

Seinen Ursprung hat der Martinstag im Christentum in der Vorbereitung auf das Geburtsfest Christi. Wie vor Ostern sah auch das Weihnachtsfest im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein eine vorangehende 40-tägige Fastenzeit vor. Vor deren Beginn konnten die Menschen, entsprechend der Fastnacht, noch einmal richtig prassen.

Mehr Feste auf Sardinien


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Dienstag, 12. Februar 2008

Stammt Kolumbus aus Sardinien? Neue Theorie über die Herkunft des Entdeckers der neuen Welt

Mit einer gewagten These tritt in diesen Tagen die spanische Autorin Marisa Azuara an die Öffentlichkeit: Christoph Kolumbus ist auf Sardinien und Sohn eines sardischen Adelsgeschlechts.
In dem kleinen Städtchen Sanluri in der sardischen Marmilla soll der neuzeitliche Entdecker des amerikanischen Kontinents als Sohn von Salvatore da Piccolomini und Isabella Alagon d’Arborea geboren sein- das behauptet zumindest die spanische Marisa Azuara in ihrem 2007 erschienen Buch „Christoval Colón. Más grande que la legenda“ (zu deutsch: „Christoph Kolumbus. Größer als die Legende.“). Demnach ist der Name Christoph Kolumbus nur ein Pseudonym und der berühmte Seefahrer stammt von der sardischen Regentin und Volksheldin Eleonora d’Arborea und der spanischen Familie Alagón von Saragossa ab. Das will die Spanierin in zweijähriger Forschung in Archiven in Cagliari, Oristano, Alghero, Turin und dem Archiv der Krone von Aragon herausgefunden haben.
Zur Zeit der Geburt Christoph Columbus um 1451 war Sardinien Teil des Königreichs von Aragon, denn seit derSchlacht von Sanluri von 1409 herrschte das nordspanische Königshaus über die gesamte Insel. So spielt diese neue These den Theorien in die Hände, nach denen der Entdecker spanische Wurzeln habe und nicht aus Genua stamme, wie zumindest Kolumbus selbst in seinem Testament behauptete. Die Erklärung für diese vermeintliche Unstimmigkeit liefert die Autorin gleich mit: Als Genuese seien im 15. Jahrhundert nicht nur die Einwohner der Stadt, sondern auch die ihrer Kolonien bezeichnet worden, und schließlich sei Sardinien auch genuesische Kolonie gewesen. Mit dem gleichen Argument beanspruchen übrigens gleich mehrere Städte im Mittelmeer, Geburtsstadt von Kolumbus zu sein. So behauptet Calvi auf Korsika, Christoph Kolumbus sei Korse - schließlich sei die sardische Nachbarinsel auch Kolonie der italienischen Seerepublik gewesen.
Ob Kolumbus nun Sarde, Spanier, Italiener, Portugiese oder, wie einige Studien behaupten, gar Norweger war, wird auch dieses Buch nicht letztendlich belegen können. Weltweit bekannt wird die Theorie aber dennoch bald werden: Der spanische Ableger des History Channel dreht in diesem Frühjahr auf Sardinien einen Dokumentarfilm über die Theorien von Arisa Azuara.

Mehr Informationen über die Herkunftsdiskussion von Christoph Kolumbus bei Wikipedia
Mehr zum Buch „Christoval Colón. Más grande que la leyenda »
(Foto: Wikimedia Commons)

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