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Montag, 8. Juni 2009

Berlusconi gewinnt bei niedriger Wahlbeteiligung nur knapp die Europawahlen auf Sardinien

Trotz der Skandale um Silvio Berlusconi hat die Mitte-Rechts-Partei Il Popolo delle Libertá (PdL) des italienischen Ministerpräsidenten die Europawahl auf Sardinien mit 36,64 % knapp einen Prozentpunkt vor der Linkspartei Partito Democratico (PD) gewonnen. Dennoch sind die Linken auf Sardinien mit ihrem Wahlergebnis zufrieden: Auf der Insel hat die PD etwa 10 Prozent mehr Stimmen als im nationalen Wahlergebnis erringen können.
Der Ausgang der Wahlen auf Sardinien wird von Beobachtern als Protestwahl angesehen. Zum einen gingen bei der extrem niedrigen Wahlbeteiligung von knapp 41 Prozent nur wenige Sarden zu den Urnen. Die Wahlbeteiligung ist in Italien und auf Sardinien traditionell sehr hoch und lag bei der letzen Europawahl vor fünf Jahren auf der Insel noch bei 74,4 Prozentpunkten.
Zum anderen drückten die Sarden wohl mit dem Wahlergebnis ihren Unmut über jüngste politische Entscheidungen wie die Verlegung des G8-Gipfels von La Maddalena nach L’Aquila und der Untätigkeit der neuen sardischen Mitte-Rechts-Regierung von Ugo Cappellacci bei der regionalen Industriepolitik aus.
Aber auch das nicht eingehaltene Wahlversprechen Berlusconis, Sardinien zu den diesjährigen Europawahlen mit einem eigenen Wahlkreis auszustatten, dürfte viele Wähler vom Gang zur Urne abgehalten haben. Sardinien schickt mit Sizilien, die zusammen den Wahlkreis Italia Insulare bilden, insgesamt neun Volksvertreter nach Straßburg. Bisher hatte es aber noch kaum ein sardischer Abgeordneter nach Straßburg geschafft, denn die italienische Regione Sicilia hat mehr als dreimal so viele Einwohner wie Sardinien und dementsprechend Anspruch auf die oberen Listenplätze.
Kaum Einfluss auf das Wahlergebnis dürften die jüngsten Gerüchte um Silvio Berlusconi gehabt haben. Seine angebliche Affäre mit einer heute 18-jährigen Schülerin, die öffentlichen Schlammschlacht um seine Scheidung und der Skandal über angebliche Orgien in der Privatvilla Certosa im sardischen Porto Rotondo haben dem Wahlergebnis der Mitte-Rechts-Partei PdL weder auf nationaler noch regionaler Ebene ernsthaft geschadet.
(Bild: Europaparlament in Straßburg/Wikimedia)


>> Wahlergebnisse auf Sardinien bei L’Unione Sarda
>> Spiegel Online: Berlusconis Konservative trotzen den Skandalen

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Montag, 25. Mai 2009

Silvio Berlusconi zu Sardinien vor den Europawahlen: Neue Straßen und kein Atomkraftwerk auf der Insel

Kurz vor den Wahlen zum europäischen Parlament am 6. und 7. Juni hat der italienische Ministerpräsident am vergangenen Wochenende zahlreiche Regionalmedien zum Interview gebeten. Am morgigen Dienstag wird ein Exklusiv-Interview des Ministerpräsidenten auf dem regionalen TV-Kanal Videolina ausgestrahlt, in dem sich Berlusconi vor allem zu Sardinien-Themen äußert.
Wie die Online-Ausgabe der konservativen Tageszeitung L’Unione Sarda heute vorab berichtet, verspricht der Premier die Schnellstraßen Olbia-Sassari und Olbia-Santa Teresa Gallura so schnell wie möglich fertig zu stellen. Außerdem sprach sich Berlusconi dagegen aus, auf Sardinien ein Atomkraftwerk zu bauen. Mehrere Medien hatten in den letzten Wochen berichtet, die Regierung in Rom prüfe, auf Sardinien einen Kernreaktor zu errichten, weil die Insel als besonders erdbebensicher gilt.
Bereits vor Wochen hatte Berlusconi den Sarden versprochen, zahlreiche Gipfeltreffen und Staatsbesuche nach La Maddalena zu bringen. Denn völlig überraschend hatte er Ende April verkündet, den für Juli auf La Maddalena geplanten G8-Gipfel in das mittelitalienische L'Aquila zu verlegen.

Zahlreiche Gerüchte und Skandale umgeben derzeit den Privatmann Silvio Berlusconi. Neben einem Bestechungs- und Justizskandal sorgt derzeit vor allem sein Privatleben für Furore. Gerätselt wird, ob Berlusconi eine Affäre mit einem 18-jährigen Mädchen aus Neapel oder mit deren Mutter hatte. Der Ex-Freund der Neapolitanerin hatte am Sonntag der linksliberalen Tageszeitung "La Repubblica" berichtet, dass das Mädchen den Premierminister des öfteren in dessen Villa auf Sardinien getroffen hatte. Berlusconi hat nördlich von Olbia mehrere private Anwesen und ist häufig am Wochenende auf Sardinien zugegen.

Die politischen und privaten Skandale der schillernden Persönlichkeit Berlusconis dürften aber kaum negativen Einfluss auf das sardische Wahlergebnis zu den Europawahlen haben. Erst bei den Regionalwahlen im Februar hatte die Berlusconi-Partei „Popolo delle libertá“ eine stabile Parlamentsmehrheit eingefahren und stellt fortan den sardischen Präsidenten.
Sardinien schickt zusammen mit Sizilien, die zusammen den Wahlkreis Italia Insulare bilden, insgesamt neun Volksvertreter nach Straßburg.
(Foto: Presidenza delle Repubblica/Wikimedia)

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