
Bis 2010 soll das regionale
Bus- und
Zugsystem auf Sardinien grundlegend erneuert sein. Statt verschiedener Verkehrsdienstleister wird es künftig nur noch einen Betreiber im öffentlichen Bus- und Zugverkehr geben. Die Strecken und Verbindungen der staatlichen italienischen
Bahngesellschaft Trenitalia (FS) sind davon allerdings nicht betroffen.
Ab dem 1. Januar 2009 laufen die sardischen Bahngesellschaften FMS (ferrovie meridionali sarde) sowie FDS (ferrovie della Sardegna) in Regie der
regionalen Verkehrsgesellschaft ARST (azienda regionale sarda trasporti).
Somit ist die Aktiengesellschaft ARST mit Hauptsitz in der
Inselhauptstadt Cagliari auch im Raum Cagliari (südliches Mittelsardinien), Macomer (
Nuoro und
Bosa) und
Sassari (Sorso,
Alghero und
Palau) sowie in der südwestlichen
Provinz Carbonia-Iglesias für Verkehrsdienstleistungen zuständig.
Für den wirtschaftliche Übergang der FDS und FMS erhält ARST für die nächsten drei Jahre 57 Millionen Euro vom italienischen Staat. Carlo Poledrini, Generaldirektor der ARST erklärte in einem Interview in der Unione Sarda: „Ziel der Übernahme ist es, die Qualität des Fern- und Nahverkehrs auf der Insel spürbar zu erhöhen."
Die FDS ging 1888 zunächst mit ihren
Schmalspurbahnen, seit 1933 außerdem mit Bussen an den Start. Das 590 Kilometer große Streckennetz der
Schmalspurbahn „Trenino Verde“ führt durch zum Teil noch unberührte Landschaften im südlichen Mittelsardinien, in Zentralsardinien und im Nordwesten der Insel, die man sonst nur schwerlich zu sehen bekommt.
Die FMS hatte bisher hingegen die komplexen Busverbindungen im
Sulcis, Iglesiente und Fluminese sowie den Stadtverkehr in Iglesias und Carbonia betrieben. Den Auftrag für die Busleistungen im Südwesten der Insel hatte sie über eine Konzession der italienischen Regierung erhalten. Seit dem 11. Juni 2008 bedient nun die ARST die 34 Gemeinden in der Provinz Carbonia-Iglesias.
Da noch nicht klar ist, nach welchen Regeln der Bus- und Bahn-Markt organisiert wird, hält sich die ARST alle Türen offen – der erste Schritt diente erst einmal dem Konzessions-Erhalt für FDS und FMS. Wie es mit der Übernahme von Fahrzeugen und Personal aussieht, bleibt abzuwarten. Für die Fahrgäste ändert sich vorerst nichts – außer dass sie nicht mehr FDS- bzw. FMS-, sondern ARST-Kunden sind.
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