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Montag, 14. Januar 2008

Cagliari: Weiter gewalttätige Proteste auf Sardinien gegen den Import von Hausmüll aus Neapel

Die gewalttätigen Proteste gegen den Import von Müll aus Neapel nach Sardinien wurden auch am vergangenen Wochenende fortgesetzt. Molotow-Cocktails zogen Demonstranten vor die Privatvilla des sardischen Gouverneurs Renato Soru im Ostteil von Cagliari. Dabei wurden mehrere Demonstranten festgenommen, Polizisten und Journalisten verletzt. Beschädigt wurde auch die berühmte Bonaria-Kirche, in der im September der Papst zu Gast sein wird. An den gewalttätigen Protesten nahmen nicht nur aufgebrachte Bürger sondern auch Sympathisanten der italienischen Rechtsparteien und gewaltbereite Hooligans des A-Liga-Fußballvereins Cagliari Calcio teil. Die Polizei in Cagliari ermittelt, ob einige der Randalierer für ihre Taten bezahlt wurden. Zwei Demonstranten wurden wegen des Verdachts festgenommen, einen Brandanschlag auf den sardischen Regierungschef vorbereitet zu haben.Die sardische Regionalregierung bleibt indessen dabei: Die Aufnahme von Hausmüll aus den kampanischen Notstandsregionen sei ein Akt der Solidarität. Zudem hätten die sardischen Müllverbrennungsanlagen seit Einführung der Wertstoffsammlung vor drei Jahren auf Sardinien Überkapazitäten und könnten den Müll aus Süditalien in kürzester Zeit verwerten. Die politische Opposition, die die gewalttätigen Proteste verurteilt, hält dagegen: Die Bereitschaft der sardischen Regierung, den Hausmüll aus Neapel aufzunehmen sei lediglich eine politische Hilfestellung an die Nationalregierung von Romani Prodi, die der Lage in Neapel nicht Herr werde.
(Foto: La Nuova Sardegna)

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Freitag, 11. Januar 2008

Sardinien: Die Abfallkrise verlagert sich von den Straßen Kampaniens nach Cagliari

Von der Region um Neapel hat sich die Abfallkrise nach Sardinien verlagert. Der Müllskandal heizt nun auch wütende Inselbewohner und lokale Aktivisten von Umweltorganisationen an. Als gestern Nachmittag das mit 500 Tonnen Unrat aus Neapel beladene Schiff im Industriehafen der Inselhauptstadt Cagliari anlegte, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Kleine Gruppen von Demonstranten und Aktivisten hatten sich auf den Boden gelegt, um die Ausschiffung der 22 mit Müll gefüllten LKWs zu verhindern. Die Aktion blieb erfolglos. Die LKWs rollten noch am Abend in Richtung Müllverbrennungsanlage Casic, wo der Abfall entsorgt werden soll.
In der Nacht kam es zu gewaltsamen Übergriffen: 50 Müllcontainer und drei Autos wurden in Cagliari in Brand gesetzt. Die Feuerwehr musste zigmal ausrücken und war bis heute morgen 6.30 Uhr im Einsatz.

Um die 110.000 Tonnen Unrat zu entsorgen, die sich in der Region Kampanien türmen, hatte der italienische Regierungschef Romano Prodi zur Bewältigung des Notstandes die zeitweilige Abfallübernahme durch andere Kommunen und Regionen angekündigt. Sardinien hatte sich als erste Region bereit erklärt, Abfall aus Neapel zu entsorgen.
Die norditalienischen Regionen Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, Veneto und Ligurien weigerten sich hingegen, in ihren Deponien und Verbrennungsanlagen den Unrat aus Kampanien zu entsorgen. Sie behaupten, ihre Anlagen seien bereits ausgelastet und könnten den Abfall aus Neapel nicht übernehmen.

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