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Ein Instrument der Geodäsie
Ein weiterer Anwendungsbereich von VLBI bildet der Einsatz der Radioastonomie in der Geodäsie. Die erzielten
Bezugsdaten finden praktische Anwendung in den Bereichen Kartographie und erdgebundene Navigation aber auch
bei der Vermessung von Flugrouten und Umlaufbahnen künstlicher Satelliten sowie bei der Verbreitung absoluten
Timings. Mehrere Referenz Systeme sind inzwischen etabliert worden und werden ständig verfeinert: Das
International Celestial Reference Frame (ICRF) ,
das International Terrestrial Reference Frame (ITRF) ,
das Monitoring der Universal Time (UTI) oder der Tageslänge "Length of Day (LOD) sowie die Orientierung der
Erdachse.
Dabei gibt es zwischen den terrestrischen und astrometrischen Referenzsystemen einen unauflösbaren Zusammenhang.
Denn mit Hilfe der astrometrisch bestimmten Bezugspunkte am Firmament wird es möglich, umfangreiche Aussagen
über erdgebundene Vorgänge zu machen. So erlaubt geodäsische Very Large Basline Interferometry die Bestimmung
von plastischen Verformungen der Erdkruste und die Bewegungen der Kontinentalplatten zueinander, die Ermittlung
der exakten Körperform des Globus und seines Koordinatensystems, die Voraussage von Erdbeben, die Erfassung
von Variationen in der Erdumdrehungsgeschwindigkeit durch z.B. meteorologische Einflüsse oder die Veränderung
des Meerwasserspiegels durch Klimaentwicklungen.
VLBI hat in den letzten Jahren in seiner praktischen Bedeutung für erd- und himmelsgebundene Referenzmessungen
auf Grund seiner hohen Genauigkeit sehr an Bedeutung gewonnen. Es ergänzt inzwischen ältere Systeme wie das
Global Positioning System (GPS) oder das Satellite Laser Ranging System (SLR) im Zusammenhang mit dem 1979
durch die NASA ins Leben gerufene "Crustal Dynamic Project".
Axen des International Celestial Reference Systems - Bildquelle:
International Celestial Reference Frame
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Illustration zum Konzept des General Relativity Experiment
Bildquelle: Jet Propulsion Laboratory in Californien
Instrument für die internationalen Raumfahrt
Das SRT ist grundsätzlich so geplant und konstruiert, dass mit der Antenne alle Aufgaben für die Verfolgung
und Lenkung interplanetarer Raumfahrt Projekte unterstützt werden können. In der ersten Ausbaustufe wird
zunächst der Support für den Empfang von Satellitensignalen aus den Tiefen des Weltraums sichergestellt.
Untersucht werden unter Verwendung der Telekommunikations-Verbindung zu künstlichen Satelliten Details
wie Änderungen in der Phase, der Amplitude und Polarisation der Missions-Radiosignale in Bezug auf
planetare atmosphärische und ionosphärische Zusammensetzung, Strukturen in planetarischen Ringsystemen,
die Ausdehnung planetar Gravitations- und Magnetfelder, Charakteristiken planetarer Oberflächen sowie
Auswirkungen der Sonnenkorona und Sonnenwinde.
Italienischen Kollegen sind in diesem Bereich besonders mit Experimenten zur Entdeckung von Gravitationswellen
durch exakte Messungen der Gamma-Konstante befasst. Hierbei geht es im wesentlichen um immer ausgefeiltere
Experimente zur Überprüfung von Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Diese wurden in jüngerer
Zeit zum Beispiel während des Fluges des Satelliten Cassini-Huygens zum Planeten Saturn durchgeführt. Die
Forscher beobachteten dabei die Wellenlängenverschiebung von Radiosignalen des Satelliten, die während
einer Opposition von Erde und Saturn dicht an der Sonne im Mittelpunkt der Übertragungsstrecke vorbei laufen
mussten. Die Ablenkung der Funksignale im Schwerefeld der Sonne entsprach dabei in bisher nicht gekannter
Präzision den Vorhersagen der Theorie Albert Einsteins. Mehr Details hierzu auf der Internet Site des
Jet Propulsion Laboratory in Californien . Forschungsprojekte dieser Art werden nach Fertigstellung des
SRT mit noch höherer Qualität durchführbar sein.
Danksagung: Das Team von Sardinien.com bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich bei seinen Mentoren
vom Osservatorio Astronomico di Cagliari Andrea Tarchi, Nichi D'Amico und Ignazio Porceddu für ihre
wissenschaftliche und inhaltliche Unterstützung. Wir wünschen dem Projekt Sardinia Radio Telescope
eine schnelle Fertigstellung und Inbetriebnahme sowie viele grosse und kleine Entdeckungen!
Redaktion: Michael Mueller
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