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Das Sardinia Radio Telescope (SRT) ist im Jahre 1991 in die wissenschaftliche und
technische Planung gegangen und wird seit 2003 an seinem Standort bei San Basilio,
ca. 35 km nördlich von Cagliari, gebaut. Mit seinen 64 Metern Durchmesser wird es
nach der Antenne von Effelsberg (100 m) bei Bonn und Jodrell Bank`s Lovell Telescope
(72 m) das drittgrösste Radioteleskop in Europa sein.
Die Wissenschaftliche und technische Planung sowie der spätere Betrieb liegen
in der Verantwortung des
Institutes für Radioastronomie ( IRA, Bologna )
beim Consiglio Nazionale di Ricerca (CNR) welches eng mit dem nationalen Institut
für Astrophysik (INAF) zusammenarbeitet. Die Finanzierung des Projekts erfolgt
durch das Ministerium für wissenschaftliche Forschung und Bildung Italiens sowie
aus Mitteln der Regionalregierung Sardiniens.
Bis zum Baubeginn war es kein leichter Weg. Die Vorbereitungszeit des Projektes
für das SRT war gespickt mit peinlich genauen Analysen bei der Entscheidung für
den entgültigen Standort. Langzeitbeobachtungen zur Entwicklung von Interferenzen
mit anderen Radioquellen sowie der klimatischen Bedingungen waren notwendig. Die
wesentlichsten Entscheidungskriterien mussten folgenden Grundsätzen folgen:
- Möglichst niedrige elektromagnetische Umweltbelastungen. Seit Beginn der 90-iger
Jahre hat sich das italienische Institut für Radioastronomie - unterstützt durch das
Astronomische Observatorium von Cagliari - mit Messungen einen genauen Eindruck über
die Verhältnisse im Bereich der möglichen Standorte für das SRT verschafft. Die nur
geringfügige Besiedlung einer Gegend bedeutet hier auch niedrige, vom Menschen erzeugte
lokale elektromagnetische Umweltbelastung.
- Im Endausbau soll das SRT im Frequenzbereich zwischen 0,3 und 100 GHz observieren.
Dies verlangt vom Standort geringe Luftfeuchtigkeit und eine Lage von mindestens 600 m
über dem Meeresspiegel.
- Der enorme Durchmesser der Teleskop-Schüssel von 64 Metern verlangt einen ausreichenden
Schutz vor Windeinflüssen. Die in Frage kommenden Gelände sollten daher eine lokale Senke
aufweisen, die als natürliches Schild gegen starke Luftbewegungen wirkt. Allerdings durfte
die Baufläche dadurch auch nicht soweit reduziert werden, dass ein Platzmangel für die
gesamte Infrastruktur des Teleskopes entstünde.
In der Endausscheidung bot die Gegend "Pranu Sanguni" 39°29'50"N und 09°14'40"E auf 623 m
Höhe in der Gemarkung von San Basilio unter den Kandidaten alle wesentlichen Voraussetzungen.
Landschaft um die Baustelle des SRT bei San Basilio.
Bildquelle: SRT-Site http://www.srt.inaf.it
Das SRT Projekt hat wissenschaftlich hoch gesteckte Ziele: Gebaut wird eine vollsteuerbare
Parabolantenne, die in einem breiten Frequenzbereich mit hoher Effizienz eingesetzt werden
kann und sich als viertes Element im italienischen Radioteleskop-Verbund mit den Stationen
von Medicina, Noto und Matera in ein nationales Very Long Baseline Interferometry Netzwerk
(VLBI) integriert. Sowohl als Einzelinstrument als auch im nationalen, europäischen sowie
internationalen Zusammenschluss gilt es als sehr leistungsstarke Antenne. Die Inbetriebnahme
des Sardinia Radio Telescope wird wichtige Forschungsmöglichkeiten in den Bereichen
Radioastronomie, Astrometrie, Geodäsie und Raumfahrt eröffnen.

SRT Baustelle am 24.11.2007 in Pranu Sanguni bei San Basilio - an der Strasse zwischen Sant Andrea Frius und Silius.
Bildquelle: SRT-Site http://www.srt.inaf.it
Eine stets aktualisierte Fotodokumentation zum Stand der Bauarbeiten findet sich in der
Fotogalerie des SRT Site
Wer einen Blick per Google Earth auf die Location des Sardinia Radio Telescope werfen möchte,
kann dies über ein Placemark File erreichen. Zuvor bitte Google Earth auf dem eigenen PC installieren
und dann direkt auf "Datei öffnen" klicken.
Die Projektausführung liegt dabei in guten, erfahrenen Händen: Es ist die deutsche MT Aerospace AG,
welche bereits die Antennen von Effelsberg (MPIfR; Bonn)
und Pico Veleta (IRAM; Granada)gebaut hat.
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Sardinia Radio Telescope - 3D Modell für den Bau in San Basilio Bildquelle: Offizieller SRT Site
Modernste Teleskop Technologie
Das SRT glänzt mit modernster Korrekturtechnik in der primären Paraboloberfläche. Diese ist
aus 1008 Einzelelementen zusammengesetzt. Jedes Element ist individuell mittels digitaler
Steuerung elektromechanisch in der Position regulierbar (aktive Oberfläche). Damit werden
Deformationen durch das Eigengewicht des 64 m Antennenspiegels dynamisch kompensiert. Mehrere
Temperatur- und Druck-Sensoren unterstützen Justiermassnahmen gegen Wind- und Wettereinflüsse.
Insgesamt liegt die Abweichung in der Gleichförmigkeit beim Verlauf der Oberfläche und der
parabolischen Form im Bereich von weniger als 200µm .
Planzeichnung der 1008 Parabol-Elemente - Bildquelle: http://www.srt.inaf.it
Der sekundäre Empfangsspiegel im Focus der Antenne misst 7,9 Meter und hat eine quasi-eliptische
Formgebung. Durch diese Anordnung fällt das SRT unter den Konfigurations-Typ "Gregorianisch".

SRT Primär- und Sekundär Spiegel - Bildquelle: SRT Site
Im und um den Antennen-Focus sind für die unterschiedlichen Frequenzbänder mehrere Empfängerpositionen
vorgesehen, die gleichzeitig zur aktiven Beobachtung und Aufzeichnung von Signalen aus dem All
eingesetzt werden können. Durch die implementierte Technologie wird eine Effizienz des SRT von 35%
im 100 GHz- Bereich und 63% im 8-15 GHz Bereich erwartet.

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