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Ein weiterer, bedeutender Meilenstein im Bau des Sardinia Radio Telescope
ist erreicht: Nach der Fertigstellung des Fundamentes im
Mai 2006 erfolgte nun am 15. September 2006 die feierliche Übergabe der
Baustelle an die MT Aerospace AG.
Eingeladen zum Festakt an der Baustelle Pranu Sanguni bei San Basilio
hatten die Auftraggeber des Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) mit seinen
Abteilungen des Istituto di Radioastronomia di Bologna und des Osservatorio
Astronomico di Cagliari. Zu den angereisten ca. 100 Gästen der
Veranstaltung sprachen Vetreter der Kommunen des Gerrei, der Provinz Cagliari,
der Region Sardinien, der Universtät Cagliari, der Fakultäten für Physisk und
Astrophysik, des Observatoriums von Cagliari, der Präsident des INAF, sowie
Vorstand und Projektleiter der MT Aerospace AG.

Podium der SRT Festveranstaltung am 15.09.06 (von links nach rechts): Pino Cogodi - Bürgermeister San Basilio , Nicolo D'Amico - OAC, Hans J. Steiniger - Vorstand MT Aerospace, Piero Benvenuti - Präsident des INAF

Publikum der SRT Festveranstaltung am 15.09.06
Für die politischen Vertreter aus Kommunen, Provinz und Region Sardiniens stehen
neben der wissenschaftlichen Bedeutung des Baus eines 64 Meter Radioteleskopes die
infrastrukturellen und kulturellen Entwicklungsmöglichkeiten im Vordergrund. Das
SRT wird für die Gemeinden des Gerrei, die Provinz Cagliari und die gesamte
Region Sardinien während der Bauphase und im späteren wissenschaftlichen Betrieb
ein wichtiger Anziehungspunkt für Besucher aus Italien und ganz Europa werden.
Bereits im Januar 2007 wird es oberhalb der Baustelle eine Aussichtsplattform geben,
von der aus der Fortgang der Montagearbeiten beobachtet werden kann.
Mit dem Bau des Radioteleskopes in modernster Technologie, 30 km nördlich
von Cagliari, wird die Insel aber sicherlich sowohl zum internationalen Mekka
für Wissenschaftler der Astronomie, Astrophysik, Kosmologie, Geodäsie und Raumfahrt,
als auch Anziehungspunkt für junge Sarden und Kontinental-Italiener, die sich
für eine wissenschaftliche Laufbahn entscheiden. Hier hat das INAF auch ein
spezielles Ausbildungsprogramm unter dem Titel "Master & Back" aufgesetzt,
mit dem Ziel, den Doktoranden neben einer Spezialisierung im Ausland bei der Rückkehr
nach Italien einen festen Arbeitsplatz in der Forschung zu bieten.

Prof. Piero Benvenuti - Präsident INAF
Dies ist vorallem ein wichtiges Thema für den Präsidenten des Istituto Nazionale
di Astrofisica (INAF), Professor Piero Benvenuti, der unter den jungen Wissenschaftlern der
Festveranstaltung einige seiner ehemaligen Studenten besonders herzlich begrüßte.

Junge Astronomen des OAC auf dem Fundament des SRT
Weitere Quellen im Internet:
SRT Project Book
SRT Site der INAF
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Daß die zweite Bauphase des SRT in guten Händen liegt, wurde sowohl im Vortrag
von Dr. Hans J. Steininger (MT Aerospace Vorstand) als auch in den technischen
Projekterläuterungen von Thomas Zimmerer (Leiter Antennas & Mechatronik, Mainz)
deutlich. Die MT Aerospace AG
ist weltweit an allen großen Projekten der Radioastronomie beteilig und blickt auf
über 45 Jahre Erfahrung im Bau von Großantennen zurück.

Dr. Hans J. Steiniger - MT Aerospace Vorstand
Wenige Tage vor der öffentlichen Übergabe der Baustelle an die MT Aerospace und Ihre
sardische Partnerfirma ICOM Srl (Assemini - Macchiareddu)
waren bereits die Segmente des Azimut-Rings auf die Baustelle geliefert worden. Wie
Herr Zimmerer in seinem Vortrag zu den technischen Spezifikationen und Etappen der
Montagearbeiten der nächsten 2 Jahre ausführte, ist das SRT Projekt jetzt in seine
Hochpräzisions-Bauphase eingetreten. Passen die in Deutschland gefertigten Teile des
Azimut-Rails mit ihren Bohrungen genau auf die im Zement des Fundamentes eingelassenen
Stahlverankerungen? Wird es gelingen, die Laufschiene für den Teleskopfuß in einer
Genauigkeit von 0,3mm - 0,5mm horizontal einzumessen?

Thomas Zimmerer - Leiter Antennas & Mechatronik, Mainz
Immerhin trägt die Azimut-Laufschiene das gesamte Gewicht des montierten Teleskopes von
3.200 Tonnen (der Eifelturm wiegt nur das Doppelte) und stützt den Parabolspiegel von
64 Meter Durchmesser, wenn dieser mit seinen 1.600 Tonnen in Posititionen zwischen 5° und 90° in
nur 2,83 Minuten geschwenkt wird. Die Gesamthöhe des Teleskopes bei zenitaler Ausrichtung
des Antennenspiegels erreicht 70 Meter. Die Stahlkonstruktion ist dabei für Windgeschwindigkeiten
von bis zu 200 km ausgelegt, die Antenne selbst besteht aus 1008 aktiv steuerbaren Panelen,
mit deren Hilfe Abweichungen von der idealen Spiegelform ausgeglichen werden.

Stahlverankerungen im Fundament des SRT für die Befestigung des Azimur-Rail

Noch schwebt die Azimut-Laufschiene über den Verankerungen im Fundament des SRT
Ab Februar 2007 werden dann die in Ägypten vormontierten Teile des Teleskopes im Hafen von Cagliari
eintreffen und per Tieflader von dort zur Baustelle in 570 m Meereshöhe transportiert. Die Montage
soll bis 19. Dezember 2008 abgeschlossen sein.
Redaktion: Michael Mueller
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