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Nach
der Gaspipeline von Lybien nach Sizilien soll auch die zweitgrößte
Mittelmeerinsel Sardinien an Energien aus Nordafrika angeschlossen
werden. Zur Zeit läuft die Machbarkeitsstudie des 250 Millionen
Euro Projekts, dass die Gasquellen Algeriens mit Sardinien und weiter
mit dem italienischen Festland verbinden soll. Neben mehreren italienischen
Energielieferanten ist auch der deutsche Gas- und Ölförderer Wintershall
an dem Projekt beteiligt. Die Unterwasser-Röhren sollen Methangas
bis nach Capoterra bei Cagliari bringen und im dortigen Industriekern
Synergien schaffen: Hier sind bisher vor allem Schwerölindustrien
und Ölraffinierien angesiedelt. Die Politik verspricht saubere Industrien
und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Ob dadurch allerdings wirklich
Dynamik in den Arbeitsmarkt Südsardiniens kommt mag freilich bezweifelt
werden. Die italienische Energie- und Industriepolitik der 1960-er
bis 1980-er Jahre hatte vor allem Komplementärfunktionen für Entwicklungen
andernorts: Die staatlichen Basisindustrien lieferten billige Rohstoffe
für die verarbeitende Industrie Norditaliens, die Konzernausgliederungen
der Privatwirtschaft dienten als verlängerte Werkbänke der norditalienischen
Mutterkonzerne. Die Branchen, die die auf Sardinien angesiedelt
wurden, haben zahlreiche Investitionen aber kaum Arbeitsplätze auf
die Insel gebracht. e.
Timo Gerd Lutz
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