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ITALIEN/SARDINIEN: 09.10.2004;


Gaspipeline von Algerien nach Sardinien geplant: Saubere Industrie und fragwürdige neue Arbeitsplätze


Nach der Gaspipeline von Lybien nach Sizilien soll auch die zweitgrößte Mittelmeerinsel Sardinien an Energien aus Nordafrika angeschlossen werden. Zur Zeit läuft die Machbarkeitsstudie des 250 Millionen Euro Projekts, dass die Gasquellen Algeriens mit Sardinien und weiter mit dem italienischen Festland verbinden soll. Neben mehreren italienischen Energielieferanten ist auch der deutsche Gas- und Ölförderer Wintershall an dem Projekt beteiligt. Die Unterwasser-Röhren sollen Methangas bis nach Capoterra bei Cagliari bringen und im dortigen Industriekern Synergien schaffen: Hier sind bisher vor allem Schwerölindustrien und Ölraffinierien angesiedelt. Die Politik verspricht saubere Industrien und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Ob dadurch allerdings wirklich Dynamik in den Arbeitsmarkt Südsardiniens kommt mag freilich bezweifelt werden. Die italienische Energie- und Industriepolitik der 1960-er bis 1980-er Jahre hatte vor allem Komplementärfunktionen für Entwicklungen andernorts: Die staatlichen Basisindustrien lieferten billige Rohstoffe für die verarbeitende Industrie Norditaliens, die Konzernausgliederungen der Privatwirtschaft dienten als verlängerte Werkbänke der norditalienischen Mutterkonzerne. Die Branchen, die die auf Sardinien angesiedelt wurden, haben zahlreiche Investitionen aber kaum Arbeitsplätze auf die Insel gebracht. e.

Timo Gerd Lutz

 

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