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der Region um Neapel hat sich die Abfallkrise nach Sardinien verlagert.
Der Müllskandal heizt nun auch wütende Inselbewohner und
lokale Aktivisten von Umweltorganisationen an.
Als am Donnerstagnachmittag, dem 10. Januar 2008 das mit 500 Tonnen
Unrat aus Neapel beladene Schiff im Industriehafen der Inselhauptstadt
Cagliari
anlegte, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Kleine
Gruppen von Demonstranten und Aktivisten hatten sich auf den Boden
gelegt, um die Ausschiffung der 22 mit Müll gefüllten
LKWs zu verhindern. Die Aktion blieb erfolglos. Die LKWs rollten
noch am Abend in Richtung Müllverbrennungsanlage Casic, wo
der Abfall entsorgt werden soll.
In der Nacht kam es zu gewaltsamen Übergriffen: 50 Müllcontainer
und drei Autos wurden in Cagliari
in Brand gesetzt. Die Feuerwehr musste zigmal ausrücken und
war bis heute morgen 6.30 Uhr im Einsatz.
Um die 110.000 Tonnen Unrat zu entsorgen, die sich in der Region
Kampanien türmen, hatte der italienische Regierungschef Romano
Prodi zur Bewältigung des Notstandes die zeitweilige Abfallübernahme
durch andere Kommunen und Regionen angekündigt. Sardinien hatte
sich als erste Region bereit erklärt, Abfall aus Neapel zu
entsorgen.
Die norditalienischen Regionen Lombardei, Friaul-Julisch Venetien,
Veneto und Ligurien weigerten sich hingegen, in ihren Deponien und
Verbrennungsanlagen den Unrat aus Kampanien zu entsorgen. Sie behaupten,
ihre Anlagen seien bereits ausgelastet und könnten den Abfall
aus Neapel nicht übernehmen.
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